LKR Haßberge
Beruf und Familie 

In den Ferien hört der Spaß auf

Die Urlaubsplanung steht an. Für berufstätige Eltern von Schulkindern stellt sich dann oft die Frage: Wohin mit den Kindern während der Ferien? Die Gemeinden im Kreis Haßberge bemühen sich um Lösungen.
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Friederike Stark

Urlaubsplanung - eigentlich ein Grund zur Freude. Endlich Zeit verbringen mit den Lieben. Weit weg vom Alltagsstress. Doch in manchen Familien sorgt ausgerechnet der Urlaub für puren Stress. Wer nimmt wann die Kinder, und findet man wenigstens eine Woche, in der alle gemeinsam frei haben?


30 Tage Urlaub im Jahr

Das Bundesurlaubsgesetz sieht vor, dass jeder Arbeitnehmer bei einer Sechs-Tage-Woche Anspruch auf 24 Urlaubstage hat. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind es 20 Tage. Durchschnittlich hat der deutsche Arbeitnehmer sogar 30 Tage Urlaub zur Verfügung. Im europäischen Vergleich sind die Deutschen laut einer Studie der "Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen" damit Spitzenreiter.


Zu viel Ferien

Doch wen kümmert schon die Statistik, wenn es hart auf hart kommt? "Wir haben zum Glück die Großeltern vor Ort. Die fangen viel ab", sagt etwa Kathrin Hetterich aus Krum, Mutter von drei Kindern. Aber was ist, wenn die mal ausfallen? "Klar, das kann natürlich jederzeit passieren und dann sieht es schlecht aus", sagt die berufstätige Frau.
Ihr Mann hat 30 Tage Urlaub im Jahr, Kathrin Hetterich selbst 26 Tage, macht 56 Tage - bei keinem gemeinsamen Urlaubstag. Bayerische Schüler verbringen aber rund 65 Ferientage zu Hause. Macht bei Familie Hetterich neun Tage Überschuss und keinen Urlaub als Familie.
Was also tun? In den Gemeinden und im Landkreis sind diese Probleme sehr wohl bekannt. Das Landratsamt versucht laut Sprecherin Moni Göhr, berufstätige Eltern bei der Kinderbetreuung zu unterstützen.
Das Familienbüro des Landkreises arbeitet daher wieder an der Broschüre "Ferien im Landkreis". Darin sind Angebote zur Kinderbetreuung während der Ferien aus dem gesamten Landkreis zusammengetragen.


Beispiel Knetzgau

Etwa die Gemeinde Knetzgau: Dort gibt es eine im Landkreis einzigartige Ferienbetreuung für Schulkinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Gemeindemitarbeiter Thomas Zettelmeier, selbst ein ausgebildeter Erzieher, erklärt das Konzept: "Wir schließen mit den Familien einen Betreuungsvertrag mit einer einjährigen Laufzeit ab." Innerhalb dieses Jahres können die Eltern an 29 Tagen während der Schulferien ihre Kinder in die Betreuung geben. So auch in den Faschingsferien, die heute enden. Fachpersonal unternimmt in dieser Zeit mit den Kindern Ausflüge etwa ins Hallenbad oder zur Autobahnmeisterei. "Wir haben cirka 40 Plätze zur Verfügung", sagt Zettelmeier. Die seien immer besetzt.
Eine ähnliche Ferienbetreuung bietet Zeil an zehn Tagen in den Sommerferien an. "Momentan gibt es die Ferienbetreuung nur in den Sommerferien, da der Bedarf in den anderen Ferien meistens nicht groß genug ist", erklärt Michael Bunke, Jugendbeauftragter der Stadt Zeil. Dafür gibt es neben der Ferienbetreuung in Zeil auch das Ferienprogramm: Vereine und Organisationen bieten an verschiedenen Tagen in den Sommerferien Aktionen für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen an.


Verschiedene Angebote in Zeil

"Darüber hinaus gibt es bei uns in Zeil die Spiel- und Spaßwoche", sagt Michael Bunke. Ehrenamtliche Jugendliche, die an einem Seminar des Kreisjugendrings teilgenommen haben, verbringen diese Woche mit den Schulkindern. So wie Kathrin Hetterichs Sohn. "Wir werden die Kinder auch in diesem Jahr wieder anmelden", erklärt die dreifache Mutter, die froh über das Angebot der Stadt ist. Familie Hetterich hat für dieses Jahr alles organisiert. Vor allem dank der Großeltern. Ohne die würde es viel komplizierter werden.
Auch Thomas Zettelmeier sieht das so: "Insgesamt ist im Landkreis noch Luft nach oben in Sachen Ferienbetreuung."

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