Weißenohe

In Weißenohe lernen Flüchtlinge schnell die deutsche Sprache

"Nicht lange erzählen, einfach tun", so beschreibt Michael Otto die seiner Ansicht nach beste Möglichkeit, sich auf den Unterricht mit Asylbewerbern vorzube...
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Weißenohe erhält vom Verein "lagfa" Fördergeld für verpflichtenden Sprachkurs. Foto: Petra Malbrich
Weißenohe erhält vom Verein "lagfa" Fördergeld für verpflichtenden Sprachkurs. Foto: Petra Malbrich
"Nicht lange erzählen, einfach tun", so beschreibt Michael Otto die seiner Ansicht nach beste Möglichkeit, sich auf den Unterricht mit Asylbewerbern vorzubereiten. Viele Asylbewerber können weder lesen noch schreiben. Wie soll man ihnen beibringen, sich im Supermarkt zu verständigen oder doch das eine oder andere Wort, einen einfachen Satz an die Einheimischen zu richten? "In der Theorie gibt es viele Probleme, in der Praxis nur wenige", sagt Harald Hohl, Leiter des ehrenamtlichen Sprachkurses in Weißenohe.
Die Flüchtlinge sind in zwei Gruppen eingeteilt : mit Lese- und Fremdsprachkenntnissen und in die Analphabeten Gruppe. Diese ist auf maximal 14 Personen begrenzt. "Aufgrund der guten Fortschritte Einzelner kann die Gruppe öfter schon zweigeteilt werden", informiert Bürgermeister Rudolf Braun (FW). Zwei Mal wöchentlich für je zwei Stunden trifft sich jede Gruppe. Die beiden Dolmetscher sind die junge Mahsuma, die in Farsi übersetzt, und Ibrahim, der für die arabisch sprechenden Flüchtlinge dolmetscht. Ibrahim und seine Ehefrau Halen sind inzwischen die einzigen anerkannten Asylbewerber in Weißenohe. Den Block hat er wie die anderen 18 Teilnehmer dieses Kurses vor sich liegen. Alle Seiten sind beschrieben. Ein leises Krächzen ist zu hören, aus dem Kinderwagen, in dem die "jüngste Weißenoherin" schlummert, wie Bürgermeister Braun das erst drei Wochen alte Flüchtlingsmädchen Elena nennt.
Seit April werden die Asylbewerber der dezentralen Unterkunft in Weißenohe und seit Kurzem auch aus der Nachbargemeinde Igensdorf von der Familie Otto und Krügel, der Familie Viel, Gemeinderat Norbert Sulzbacher, Carmen Polster, Nikolaus Fischer und Harald Hohl, also insgesamt acht ehrenamtlichen Helfern, in den beiden Sprachkursen in Deutsch unterrichtet.
Anfangs übernahmen die Helfer damit zugleich Kinderbetreuung. Doch nun besuchen die Kinder den Kindergarten, ein Kind besucht sogar das Gymnasium, wie Braun informiert.
Petra Malbrich

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