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In Uehlfeld sind die Störche los

In Uehlfeld werden Autofahrer neuerdings mit einem Schild am Torhaus vor tieffliegenden Störchen gewarnt. Auch auf den Straßen zeigen die Vögel immer weniger Scheu.
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Sabine Memmel

Wer mit dem Auto in Uehlfeld unterwegs ist, sollte nicht nur auf andere Autos, Radfahrer oder Fußgänger achten. Denn auch aus der Luft gibt es zur Zeit ein paar ganz besondere Verkehrsteilnehmer, die nicht zu unterschätzen sind. Die Rede ist von zahlreichen tieffliegenden Störchen, vor denen jetzt sogar ein neues Schild am Torhaus Autofahrer warnt. "Wenn man mit dem Auto fährt, erschrickt man richtig, wie nahe sie einem kommen", weiß auch Bürgermeister Werner Stöcker (CSU/FW), der das Warnschild anbringen ließ.
Die Vögel segeln tief. Nicht nur im Ort selbst. Zwischen Uehlfeld und Demantsfürth überqueren sie auf der Höhe der Feuchtwiesen immer wieder die B470. Passiert ist bisher zum Glück aber noch nichts. "Autofahrer sollten auf jeden Fall vorsichtig fahren", empfiehlt der Uehlfelder Storchenvater Gerhard Bärthlein. Dass die Störche überhaupt so tief fliegen, dafür gibt es eine ganz simple Erklärung: "Die Störche hüpfen aus dem Nest und verlieren beim Starten zunächst an Höhe. Sie brauchen erstmal Antrieb", erklärt Bärthlein.
Die Gemeinde Uehlfeld erlebt heuer einen richtiggehenden Storchen-Boom. Knapp 40 der Vögel leben verteilt auf 17 selbst gebauten Horsten in Uehlfeld. Letztes Jahr waren es noch 14 Horste. "Dieses Jahr haben sich die Störche sogar richtig um die Horste gestritten, weil manche zu spät kamen und dann alle schon besetzt waren", erzählt Bärthlein, der auf drei Scheunen verteilt selbst vier große Nester auf seinem Hof beherbergt.


Begegnung auf der Straße

Doch nicht nur in der Luft, auch auf der Straße passiert es nicht selten, dass ein Storch den Weg kreuzt. "Sie werden immer vertrauter und sind nicht mehr so scheu", findet Bürgermeister Stöcker. Ein Magnet für Touristen: "Ganz viele sind bei uns zu Besuch mit ihren Kameras", beobachtet der Rathaus-Chef.
Elf Störche musste Bärthlein dieses Jahr bereits einfangen. Sie irrten auf der Straße umher und kamen nicht mehr hoch. "Mit Hilfe meiner Frau habe ich dann alle auf einer Wiese ausgesetzt. Sie brauchen eine gewisse Fläche, um zu starten." Zwei Störche sind außerdem schon gestorben. Einer ertrank in einem Swimmingpool, der andere überlebte den Aufprall gegen eine Hauswand nicht.
Der Höchstadter Storchenvater Edmund Lenz führt die große Anzahl an Störchen auf den anhaltenden Populationsdruck aus dem Süden zurück. "Es werden immer mehr. Auch die Anzahl derer, die hier überwintern, wird immer größer", bestätigt er. Der Aischgrund hat ihm zufolge die größte Storchendichte in Bayern. Uehlfeld ist für ihn die "Storchenhochburg".
Mitte August machen sich die Störche aber schon wieder auf den Weg Richtung Süden. Zumindest einige von ihnen. "Wenn Störche anfangen sich in größeren Versammlungen zu treffen, weiß man, dass es bald losgeht", weiß Lenz.

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