Coburg

In Trümmern wird es echt schwierig

Coburger Rettungshundeteams stellen sich auch der Herausforderung der Suche nach Vermissten unter Trümmern.
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Scooby hat jemanden aufgespürt. Das war leicht, die Person lag nur zwischen, nicht unter, Trümmern. Foto: BRK
Scooby hat jemanden aufgespürt. Das war leicht, die Person lag nur zwischen, nicht unter, Trümmern. Foto: BRK
Verschüttet unter Trümmern, eingeklemmt, vielleicht verletzt - das gehört wohl für die meisten Menschen zu den schrecklichsten Vorstellungen überhaupt. Lebendig begraben schwindet schnell die Hoffnung, gefunden zu werden. Diese Hoffnung bringen Rettungshunde, die besonders für die Trümmersuche ausgebildet wurden. Auch bei der Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes in Coburg üben sich einige Hundeführer mit ihren vierbeinigen Rettern in dieser Königsdisziplin.
"Die Arbeit mit dem Trümmersuchhund kann in vielen Beziehungen als die schwierigste Rettungshundearbeit angesehen werden", sagt Daniel Lorz, der stellvertretende Leiter der Rettungshundestaffel. Für ihn steht fest: In keiner anderen Sparte wird das Team Hundeführer und Hund mit so unterschiedlichen Problemen konfrontiert.
Der Trümmersuchhund muss die menschliche Witterung aus einer Vielzahl anderer Gerüche herausfiltern. Die Opfer, die er finden muss, sind oft unter meterdicken Trümmerschichten begraben und es ist keine Kontaktaufnahme zu den Personen möglich.
Die Situation bringt für die Helfer extreme Belastungen. Oft geht es um Suchen in Katastrophengebieten. Zur hohen physischen Belastung bei der Bewegung in einer Trümmerlandschaft kommt der psychische Druck. Verschüttete brauchen schnelle Hilfe. Die Retter arbeiten gegen die Uhr. Und sie müssen ständig darauf gefasst sein, auf grausige Funde zu stoßen.
Staub und Verwesungsgeruch erschwert der Hundenase die Arbeit. Im Eifer der Suche, wird es auch für die Tiere gefährlich. Hier rutscht ein Mauerstück ab, dort fängt der Untergrund an zu beben.
"Wir nutzen die Gelegenheit, wenn es möglich ist in der Region zu üben", sagt Daniel Lorz. Wenn Gebäude abgerissen werden, dann versuchen die Rettungshundeführer, dort ein paar Stunden für eine Übung zu bekommen. Wo dies ermöglicht wird, kommen Hundeführer aus ganz Oberfranken zusammen, um mit ihren Hunden zu trainieren.
Ausbildungsziel eines Trümmersuchhundes ist es, auch unter den widrigsten Umständen intensiv zu suchen, ohne sich ablenken zu lassen. Wird ein Hund auf dem Trümmerfeld fündig, zeigt er dies durch Verbellen an der Fundstelle an. Ein toller Moment für den Hund, seinen Führer und vor allem für die verschüttete Person.
Hier, wie bei der Vermisstensuche allgemein, sind die Helfer auf eine gute Kommunikation per Funk angewiesen. Wegen der Umstellung der Einsatzkräfte auf den Digitalfunk muss die Rettungshundestaffel jetzt neue Geräte kaufen. Wie bei ihrer gesamten Ausstattung sind die Helfer auch da auf Spenden angewiesen. Mit unserer Aktion "Franken helfen Franken" wollen wir ihnen helfen, das Geld für einige Funkgeräte zusammenzubekommen.

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