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Forchheim

In Drogenkonsum geflüchtet

Forchheim — Ein 23-Jähriger wurde zu einer Strafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt, weil er Marihuana bei sich führte und damit mehrmals im Zeitraum ...
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Forchheim — Ein 23-Jähriger wurde zu einer Strafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt, weil er Marihuana bei sich führte und damit mehrmals im Zeitraum von 2014 bis Juni 2015 erwischt wurde.
Der junge Mann, der bereits Anfang 2014 wegen Besitzes von Marihuana auf Bewährung verurteilt wurde, gab an, dass er an depressiven Verstimmungen leide und in der Vergangenheit die Flucht in den Drogenkonsum gesucht habe. Nach seiner Verurteilung habe er einen Rückfall erlitten. Er lebe bei seinen Eltern, habe seit mehr als einem Jahr eine Freundin aus der Fränkischen Schweiz und arbeite in Teilzeit mit der Aussicht auf eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses.
Bei der anschließenden Zeugenaussage ging es vor allem um die Mengen. Ein 21-jähriger Zeuge, der bereits rechtskräftig verurteilt wurde, verkaufte dem Angeklagten das Rauschmittel. Er äußerte sich ungenau, wieviele Gramm Marihuana der Angeklagte bei seinen fünf bis sechs Zusammentreffen pro Monat erworben hat. Mal bestätigte er, dass er "einen Zehner" bekommen habe, dann sagte er, dass er 25 Gramm auf einmal verkauft habe. Bei zwölf Euro pro Gramm wäre das Rauchware im Wert von 300 Euro. Der Verteidiger des Angeklagten, Norbert Schreck aus Erlangen, unterstrich, dass sein Mandant nur Konsumportionen bei sich geführt habe, er sei heuer ein Jahr lang drogenfrei und habe mit einem festen Job und einer festen Freundin eine gute Zukunftsprognose.


Noch eine Chance

Stefan Meier, der örtliche Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft, würdigte in seinem Plädoyer das Geständnis des Angeklagten und seine persönliche Situation. Die Strafe solle nicht seine Zukunft verbauen. Er forderte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 30 Euro. Amtsrichterin Silke Schneider sagte: "Es ist unschön, dass Sie etwas gekauft haben, während Sie unter Bewährung standen. Sie wussten, dass man nix anstellen darf, wenn man unter Bewährung steht." Sie resümierte, dass der Angeklagte das Marihuana offensichtlich nur zum eigenen Verbrauch verwende. Sie wolle dem Angeklagten noch eine Chance geben, wenn dieser sich in Zukunft zusammenreiße. Sie entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft und verkündete das Urteil.

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