Gräfenberg

In Berlin Politik hautnah erlebt

Das Gräfenberger Sportbündnis konnte im letzten Jahr auf sein fünfjähriges Bestehen zurückblicken. Anstelle einer aufwendigen Jubiläumsfeier beschloss man, etwas für die eigene Bil...
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Teilnehmer der Reisegruppe Kramme beim Fototermin auf der Besucherplattform des Reichstages Foto: privat
Teilnehmer der Reisegruppe Kramme beim Fototermin auf der Besucherplattform des Reichstages Foto: privat
Das Gräfenberger Sportbündnis konnte im letzten Jahr auf sein fünfjähriges Bestehen zurückblicken. Anstelle einer aufwendigen Jubiläumsfeier beschloss man, etwas für die eigene Bildung tun. In Abstimmung mit den Bundestagsabgeordneten der Wahlkreise Erlangen/Höchstadt, Bamberg/Forchheim und Bayreuth/Forchheim konnten drei Informations- und Bildungsreisen nach Berlin durchgeführt werden. Die neun Sportvereine des Gräfenberger Sportbündnisses liegen in diesen drei Wahlkreisen.
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn (CSU), der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Stefan Müller (CSU), und die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Anette Kramme (SPD), ermöglichten, dass 63 Sportlerinnen und Sportler und Sportinteressierte an diesen Bildungs- und Informationsreisen teilnehmen konnten. Bei allen drei Berlinreisen gab es viele Gemeinsamkeiten, aber auch unterschiedliche Informationsangebote. Höhepunkt war jeweils der Besuch des Deutschen Bundestages. Eine Reisegruppe konnte beispielsweise die Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Reichstagsgebäude miterleben, bevor sie weiter nach Brüssel musste. Die beiden anderen Gruppen beobachteten lebhafte Diskussionen und Widerreden der Parlamentarier unterschiedlicher Fraktionen wie beispielsweise die Diskussionen zum Bundeswehreinsatz in Syrien.
In Gesprächsrunden mit den gastgebenden Bundestagsabgeordneten konnten Einblicke in die Arbeit der unterschiedlichen Ressorts gewonnen und viele aktuelle Fragen beantwortet werden. Natürlich durfte der Besuch der Kuppel des Reichstags nicht fehlen. Ein einmaliger Rundblick über Berlin!
Bei allen drei Reisegruppen stand eine politische Stadtrundfahrt durch die Bundeshauptstadt auf dem Programm - vorbei an den vielen Sehenswürdigkeiten der ehemals geteilten Stadt: Brandenburger Tor, Reichstag und Regierungsviertel, Berliner Dom und Museumsinsel, Holocaust-Mahnmal, Rest der Berliner Mauer, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Checkpoint Charlie, Wiederaufbau Berliner Stadtschloss, Philharmonie und viele mehr.
Tief erschüttert waren die Teilnehmer der "Reisegruppe Thomas Silberhorn" bei der Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen - einem Ort des Schreckens. Dort wurde von einem Zeitzeugen die Geschichte der DDR und das Leben im Stasi-Knast lebhaft erzählt. Kaum zu glauben für die Besucher war es, wie grausam es damals den sogenannten Volksfeinden erging.
Ebenso beeindruckend und erschütternd waren das Informationsgespräch und die Führung in der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße, der ehemaligen Stasi-Zentrale (Reisegruppe Stefan Müller). Heutzutage undenkbar und leider schon vielfach wieder vergessen, wie intensiv und umfangreich die Bevölkerung bespitzelt wurde.
Bei der Reisegruppe Anette Kramme stand die Führung durch die Dauerausstellung "Tränenpalast" am Reichstagsufer in Berlin-Mitte auf dem Programm. In kleinen Gruppen wurde anhand unterschiedlichster Objekte, Filme und Dokumente die schikanöse Behandlung der Menschen, die von Ost nach West bzw. von West nach Ost wollten, dargestellt. In allen drei ehemaligen DDR-Objekten wurde mit psychischer Gewalt Einfluss auf die betroffenen Personen genommen. Leider wird vielfach das tatsächliche Geschichtsbild von der DDR von vielen Menschen mittlerweile verklärt, teilweise auch aus Unwissenheit und fehlendem Geschichtsbewusstsein.
Nach den sehr umfangreichen und informativen offiziellen Veranstaltungen gab es Gelegenheit, mit den anderen Reiseteilnehmern zu diskutieren, einen Bummel in das weihnachtliche Zentrum Berlins zu machen oder ein Musical zu besuchen. Einhellige Meinung aller Teilnehmer war: Die Bildungs- und Informationsreisen waren hervorragend und informativ. Sie enthielten Informationsgelegenheiten, die so schnell nicht mehr hinsichtlich Umfang und Qualität ermöglicht werden wie beispielsweise die Besichtigung des Bundeskanzleramtes durch eine der drei Reisegruppen. red

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