Ebern

Immer bereit für den Alarm

FFW-Übung  Rund um Ebern fuhren am Wochenende die Feuerwehren mit Blaulicht. Die Jugendlichen der Wehren probten rund um die Uhr für den Ernstfall. Das gemeinsame Arbeiten stand dabei auch im Mittelpunkt.
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Perfektes Übungsszenario: Feuerwehrmann und Jugendwart Heiko Müller (Mitte) erklärte dem jugendlichen Einsatzleiter Jonas (links), wie er bei diesem Verkehrsunfall vorgehen muss. Auch um den Zeugen (rechts) mussten sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr kümmern. Fotos: Johanna Eckert
Perfektes Übungsszenario: Feuerwehrmann und Jugendwart Heiko Müller (Mitte) erklärte dem jugendlichen Einsatzleiter Jonas (links), wie er bei diesem Verkehrsunfall vorgehen muss. Auch um den Zeugen (rechts) mussten sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr kümmern. Fotos: Johanna Eckert
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von unserer Mitarbeiterin Johanna Eckert

Ebern — Der Traumberuf eines fast jeden Mannes in Kindertagen? Genau: Feuerwehrmann zu sein. Für viele bleibt es da bei gedanklichen Seifenblasen, doch manche trauen sich in jungen Jahren und treten einer der vielen freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Haßberge bei. Mit 12 Jahren geht es für die Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr los. Julius Habermehl und Elmar Geuß aus Ebern sind dabei und proben, wie es ist, Feuerwehrmann zu sein.
"Es macht einfach Spaß", begründet der zwölfjährige Elmar seine Entscheidung, Mitglied in der Jugendfeuerwehr Ebern zu sein. Dafür opfert er alle zwei Wochen einige Stunden für einen Übungsabend und am vergangenen Wochenende einen ganzen Tag, um den Ernstfall zu üben. Denn die Feuerwehren aus Ebern, Untermerzbach, Unterpreppach, Eyrichshof und Rentweindsdorf luden die Jugendlichen zu einer 24-Stunden-Übung ein.
28 Mädchen und Jungen zwischen zwölf und 17 Jahren nahmen an der Übung im alten Bundeswehrgelände von Samstag bis Sonntag teil. "Da geht es jetzt nicht um Schnelligkeit beim Einsatz, sondern darum, möglichst viele Rettungs- und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und diese dann auch die Jugendlichen ausprobieren zu lassen", erklärte Heiko Müller, der sich als Jugendwart zusammen mit Daniel Genslein federführend um diese Aktion gekümmert hat. "Das hat einen hohen Ausbildungseffekt. Das hat man ja nicht alle Tage", sagte Kreisbrandinspektor Thomas Habermann, der auch vor Ort war und als Opfer in einem Verkehrsunfallszenario eine Rolle spielte.

Ganz nah dran

Mitten in der Nacht wurde am Rentweinsdorfer Sportplatz für die Jugendlichen ein Brand entfacht; auf der Zufahrt zum Eberner Käppele mussten sie Personen und Autos bei einem Verkehrsunfall bergen; sie sollten Katzen aus Bäumen retten und probierten die technische Brandmeldeanlage der Frauengrundhalle in der Alten Kaserne aus. "Das hat mir bis jetzt echt am besten gefallen", lautete das Fazit von Elmar Geuß nach zehn Stunden Einsatz. "Da geht dann alles automatisch. Die Feuerwehr wird alarmiert und der Schlüsseltresor öffnet sich."
Es war eine Audio-CD zu Sachgeschichten, die Julius Habermehl zum kleinen Feuerwehrmann machte. "Da wurde der Beruf von einem Feuerwehrmann vorgestellt. Das klang echt gut. Dann habe ich mir gedacht, probiere ich es doch mal aus", so der junge Schüler. Seit zwei Jahren ist er nun dabei und findet es richtig spannend. Was ihm an der 24-Stunden-Übung besonders gut gefällt? "Dass wir bei einem Verkehrsunfall mal so richtig nah ran dürfen."
Natürlich handelte es sich dabei nur um Übungsszenarien, die von einem Team rund um David Pfeufer, Zweiter Kommandant der Feuerwehr Ebern, vorbereitet wurden. "Das Autohaus Sorg unterstützt uns dabei mit alten Autos. Ohne könnten wir das fast überhaupt nicht machen", so der Kommandant. Während dieser Übung waren zwar einige Einsatzfahrzeuge rund um Ebern vom Feuerwehrradar abgemeldet, aber Einsatzbereitschaft war gewährleistet. Der Grund: "Weil wir uns mit den Dörfern absprechen", sagte Heiko Müller von der Eberner Wehr.

Wichtig ist die Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit hatte einen großen Stellenwert im Rahmen der 24-Stunden-Übung der Jugendlichen. "Bei den Jugendlichen ist das ganz einfach. Sie machen das sehr gut zusammen", lobte Kreisbrandinspektor Thomas Habermann. "Die Jugendlichen sollen sich auch untereinander kennenlernen. Nicht immer nur mit den Leuten der eigenen Wehr zusammen sein", empfand Heiko Müller. Bei der nächtlichen Brandlöschung in Rentweinsdorf wurde die Zusammenarbeit auf die Probe gestellt: "Die Dorffeuerwehren sind meist gut mit Pumpen und Schläuchen ausgerüstet. Ein Trupp muss das Wasser aus dem See nehmen, der andere weiterleiten und der dritte ist für das Löschen zuständig", erklärte Müller.
Julius und Elmar wussten nicht, was sie bei der 24-Stunden-Übung erwartete. Zum Verkehrsunfall mussten sie ausrücken, als sie gerade beim Kartenspielen waren. Auch die Freizeit kam bei dieser Aktion nicht zu kurz. "Die Stimmung ist sehr gut. Heute Abend werden sie wahrscheinlich ganz kaputt ins Bett fallen", vermutete der Jugendwart Daniel Genslein. "Aber der Alarm kann ja immer gehen", wussten Elmar und Julius, als es auf die Nachtruhe zuging.
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