Stadtsteinach

"Im schlimmsten Fall gibt es zwei Umgehungs-Fragmente"

In der Diskussion um die Umgehung von Stadtsteinach haben sich jetzt auch der Bund Naturschutz und ProStadtsteinach zu Wort gemeldet. Die von Alwin Geyer un...
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In der Diskussion um die Umgehung von Stadtsteinach haben sich jetzt auch der Bund Naturschutz und ProStadtsteinach zu Wort gemeldet. Die von Alwin Geyer unterzeichnete Stellungnahme hat folgenden Wortlaut:
"Der Bau der Ortsumgehung Untersteinach hat begonnen. Bis 2021 werden mehr als 45 Millionen Euro verbaut und man wird das Tal zwischen Untersteinach und Kauerndorf nicht wiedererkennen. Schon vor mehr als 20 Jahren hat der seinerzeitige Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Kulmbach angeregt, dass im Fall des Baus der Umgehung den Anwohnern in Kauerndorf ein Angebot für den Ankauf ihrer Anwesen gemacht wird. Aktuell wird genau dieser Vorschlag gemacht, um eine Lösung für den zweiten Bauabschnitt ohne Tunnel zu finden
Die Stadträte von Stadtsteinach haben jetzt auf Anregung der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner einen Beschluss gefasst, der auch die geplante Umgehung von Stadtsteinach in zwei Bauabschnitte aufteilen soll. Also eine vergleichbare Vorgehensweise wie bei der Umgehung von Untersteinach und Kauerndorf. Im schlimmsten Fall gibt es dann zwei Umgehungsfragmente auf der B 289 und der B 303. Die leistungsfähige Ost-West-Verbindung von Tschechien nach Coburg, die das Bauamt eigentlich schaffen soll, wäre somit nicht gegeben.


Flüsterasphalt und Tempo 30

Es muss im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 jetzt eine Entscheidung getroffen werden, was man eigentlich will. Fakten sind geschaffen dadurch, dass man das Projekt Untersteinach-Kulmbach-Kronach und weiter auf der B 303 Richtung Coburg begonnen hat, auch die Bundesstraße 85 ist teilweise schon ausgebaut worden. Deshalb: Verzicht auf die Umgehung von Stadtsteinach!
Mit Baubeendigung der Ortsumgehung Untersteinach und damit Verbesserung der Paralleltrasse zur B 303, der in 2018 erfolgenden Bemautung der Bundesstraßen, der Einführung von Tempo 30 und dem Einbau von Flüsterasphalt und gegebenenfalls dem Erlass einer Tonnagebeschränkung und/oder eines Nachtfahrverbotes für Lkw wird sich die Verkehrssituation in Stadtsteinach erheblich entspannen.
Ja, es gibt heute Begegnungsverkehr von Lkw vor allem im Bereich des Marktplatzes, der die Betroffenen zwingt, langsam zu fahren und gegebenenfalls mal anzuhalten. Na und? Rechtfertigt das den massiven Eingriff in die Natur, der in der Projektinformation selbst von den Straßenplanern als sehr hoch bezeichnet wird? Riesige Erdwälle, mehr als zehn Brücken, tiefe Einschnitte vor allem im Bereich von Salem! Das zarte Pflänzchen Tourismus wird massiv geschädigt, obwohl mit den neuen Wanderwegen und mehr gerade hier viel investiert wurde. Die geplante Entwicklungsachse von Stadtsteinach ins Steinachtal wird durch einen gigantischen Erdwall durchschnitten.
Mit Zufahrten und weiterem werden mehr als 15 Hektar versiegelt, das sind etwa 21 Fußballfelder. Salem, Campingplatz und andere Tourismusanbieter werden Umsatzverluste haben, kommen die Gäste doch gerade wegen der intakten Natur zu uns. Breite Straßen haben die zu Hause auch. Der Verkehr wird an Stadtsteinach vorbeirauschen, Bäckereien, Metzgereien, Gaststätten und Geschäfte werden durch den ausbleibenden Pkw-Transitverkehr massiv in ihrer Existenz bedroht.


Gefahr grüßer als Nutzen

Die gesamte jetzige Ortsdurchfahrt fällt - nach dem Bau der Umgehung - mit allen Unterhaltungs- , Sanierungs- und Verbesserungsmaßnahmen in die Straßenbaulast der Stadt Stadtsteinach und muss von allen Bürgern, beziehungsweise von den Anliegern bezahlt werden. Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile der geplanten Umgehung und den noch nicht ausgeschöpften Möglichkeiten zur Entspannung der Verkehrssituation ist zu erkennen, dass die Gefahr einer negativen Entwicklung von Stadtsteinach den Nutzen einer Umgehung deutlich übersteigt." red

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