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"Im Sturm ein Luxusproblem"

Der FC Lichtenfels startet in seine erste Landesliga-Saison nach fast 20 Jahren. Wir unterhielten uns mit einem der Trainer, Christian Goller.
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Christian Goller (Bild) will sich in der kommenden Saison auf seinen Job als Trainer mit Alexander Grau auf der Bank konzentrieren und nicht mehr aktiv auf dem Feld sein.  Foto: Uwe Gick
Christian Goller (Bild) will sich in der kommenden Saison auf seinen Job als Trainer mit Alexander Grau auf der Bank konzentrieren und nicht mehr aktiv auf dem Feld sein. Foto: Uwe Gick
Im Sommer 1998 ist der FC Lichtenfels aus der Landesliga abgestiegen. Nach fast 20 Jahren sind die Fußballer aus der Deutschen Korbstadt wieder in einer überbezirklichen Liga am Start. Am morgigen Samstag geht es um 16 Uhr im Karl-Fleschutz-Stadion los. Zu Gast ist der ASV Rimpar. Mit viel Zuversicht und noch mehr Realismus, wie Trainer Christian Goller im Interview auf unserem Partnerportal anpfiff.infobekräftigt.

In der Meistersaison in der Bezirksliga standen Sie noch 23 Mal auf dem Platz und wurden zudem in die Top-Elf der Liga gewählt. In der Landesliga fungieren Sie ausschließlich als Trainer?
Christian Goller: So ist es geplant, und das entspricht auch meinem eigenen Wunsch. Zum einen wünschen wir uns, dass künftig andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen und zum anderen sehen von außen vier Augen mehr als zwei. Gemeinsam mit Alexander Grau können wir außerdem auch im Training differenzierter arbeiten, wenn ich nicht mehr jede Übung auch noch als Spieler selbst mitmachen muss.

Werfen wir einen Blick auf die Vorbereitung. 6:2 gegen Siedlung Lichtenfels, 2:0 gegen VfL Frohnlach, 2:3 gegen SV Friesen, 2:0 gegen FC Coburg, 0:1 gegen Neudrossenfeld und zuletzt 3:1 gegen Bosporus Coburg. Unabhängig von den Ergebnissen: Wie sind Sie mit dem Verlauf der letzten Wochen zufrieden?
Wir sind sehr zufrieden. Egal ob negative oder positive Ergebnisse - diese dürfen wir in der Vorbereitung nicht zu hoch hängen. Am 1. Spieltag geht es bei Null los. Wichtig war, dass wir unsere neuen Spieler schnell integriert haben, was zum Großteil auch an den neuen Spielern selbst lag. Wir fühlen uns in jedem Fall gewappnet. Gerade der Test in Neudrossenfeld hat uns noch einmal gezeigt, dass es physisch ganz anders zur Sache geht. Wichtig ist, welche Lehren wir aus unseren Fehlern ziehen. Unser Vorteil könnte dabei sein, dass wir eine junge, hungrige Mannschaft haben.

Gab es denn ausgemachte Gewinner der Vorbereitung?
Steffen Hönninger hat uns nach seinem langen verletzungsbedingten Ausfall überzeugt. Er muss uns Trainern nun auch beweisen, dass das kein Strohfeuer ist. Grundsätzlich sind wir breit aufgestellt. Von den jungen Spielern haben insbesondere Lukasz Jankowiak und Edgar Wagner starke Leistungen gezeigt. Für uns Trainer ist es insgesamt sehr positiv, dass wirklich alle Spieler gut mitziehen.

Besonderes Augenmerk verdienen die Neuen...
Markus Mex und Stefan Dietz haben beide gezeigt, dass sie uns sofort weiterhelfen können. Christoph Mohr war in der Vorbereitung leider länger verletzt, ist aber ein sehr gut ausgebildeter Spieler, der viel Ruhe am Ball ausstrahlt. Im Tor hat auch Hannes Köster einen guten Eindruck hinterlassen.

Heißt das, dass er künftig die Nummer 1 zwischen den Pfosten sein wird?
Hannes Köster hat am letzten Wochenende geheiratet und genießt nun erst einmal seine Flitterwochen. Florian Roßbach ist daher zunächst in einer Vorteilsposition. Die Frage nach dem Konkurrenzkampf stellt sich, sobald Hannes Köster wieder zur Verfügung steht.
In der Bezirksliga war ein 4-1-4-1 Ihr bevorzugtes System. Nun steht neben Pascal Scholz mit Markus Mex ein zweiter starker Sechser im Kader. Ändert sich dadurch Ihre Grundausrichtung?
Natürlich ist ein System wichtig, aber wir haben gerade in der Offensive viele Variationsmöglichkeiten. Wir werden sicher nur mit einem Stürmer spielen. Daniel Oppel kann beispielsweise auch auf dem Flügel spielen. Das sind für uns im Angriff echte Luxusprobleme.

Gibt es denn vor dem Landesligaauftakt gesetzte Spieler?
Gehen wir mal davon aus, dass Martin Hellmuth und Daniel Schardt in der Innenverteidigung anfangen und Pascal Scholz als Sechser. Die beiden Außenverteidiger sind noch offen und die Positionen nach vorne sowieso. Das liegt aber vor allem daran, dass alle Spieler derzeit wirklich gut drauf sind.

Befürchten Sie, dass dieses angesprochene Luxusproblem zu Unruhe im Kader führen kann?
Spieler, die nicht spielen oder auch gar nicht im Kader stehen, dürfen natürlich enttäuscht sein, aber nicht beleidigt. Wir Trainer sind auch nicht für die gute Laune derer verantwortlich, die nicht spielen, sondern dafür, was am Ende punktemäßig herauskommt. Es wird sicher auch Spieler erwischen, die im letzten Jahr noch fester Bestandteil der Truppe waren. Trotzdem betone ich noch einmal, dass wir froh sind, einen solch breiten Kader zu haben, denn im Laufe einer Saison werden wir alle Spieler brauchen. Wir haben in dieser Hinsicht aber meiner Meinung nach eine pflegeleichte Truppe.

Zwei Heimspiele gegen Rimpar und Karlburg, dazwischen die Auswärtshürde in Memmelsdorf ehe es zum TSV Abtswind geht. Wie beurteilen Sie das Auftaktprogramm?
Wichtig wird sein, dass wir uns schnell anpassen und verstehen, wie man in der Landesliga punktet und Spiele gewinnt. Dabei dürfen wir unsere eigenen Stärken nicht vergessen. Wenn wir aus den ersten drei Partien fünf Punkte holen, wären wir sicherlich zufrieden. Abtswind zählt neben Forchheim, Schweinfurt II und Kleinrinderfeld sicher zu den Teams, die um den Aufstieg mitspielen werden. Grundsätzlich erwarte ich nicht, dass es in der Landesliga klare Spiele zu unseren Gunsten geben wird. Es kommt stets darauf an, 90 Minuten konzentriert zu bleiben.

Die Fragen stellte Bernd Riemke
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