Coburg
Existenzgründer (5) 

"Ich habe den schönsten Job der Welt"

Am 18. November findet die Coburger Existenzgründermesse CO:Existenz statt. Im Vorfeld stellen wir Menschen vor, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Dieses Mal sprechen wir mit Sandra Küntzel.
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Dass Sandra Küntzel sich selbstständig gemacht hat, liegt schon einige Jahre zurück. Deshalb kann die 38-Jährige, die sich unter anderem mit Grafikdesign und wertschöpfender Werbung befasst, eine Bilanz ziehen.

Wo findet man Sie? Was machen Sie?
Sandra Küntzel: Der Standort meines Unternehmens graphXartelier ist in der Raststraße 8 in Coburg. Mein Geschäftsfeld sind Grafikdesign und wertschöpfende Werbung mit dem Schwerpunkt Drucksachen. Ich gestalte Broschüren, Kataloge und auch Geschäftsausstattungen. Meine Kunden sind in Deutschland und in der Schweiz.

Wie passt Ihre Ausbildung zum gegründeten Geschäft?
Wie ein roter Faden zieht sich meine damalige Ausbildung bis zur Selbstständigkeit heute durch. Der Grundstein dafür wurde bereits früh gelegt. Meine Eltern hätten mich zwar gerne in einer Bank oder Versicherung gesehen. Irgendwie habe ich es im Alter von 15 Jahren geschafft, sie zu überzeugen, dass ich mein Fachabitur im Bereich Gestaltung an der FOS in Bayreuth machen möchte. Ich wollte das, was ich in der Freizeit gerne mache, auch beruflich machen: kreativ sein, mit Farben und Papier arbeiten. Im Herbst 2016 bin ich 20 Jahre in der Werbebranche tätig.

Wann haben Sie gegründet?
2009.

Wie kam es zur Gründung? Wie lange hat es von der Idee bis zur Gründung gedauert?
Nach 13 Jahren Erfahrung bei drei Arbeitgebern hatte ich keine Aussicht auf Weiterentwicklung in Festanstellung. Nachdem ich die Idee der Selbstständigkeit im Kopf gesponnen hatte, gab es gedanklich kein Zurück mehr. Mitte April 2009 kündigte ich meinen Arbeitsvertrag und nach einem Kurzurlaub startete ich am 3. Juni 2009. Mit null Kunden.

Ist Coburg ein guter Standort zum Gründen?
Ja, für mich war Coburg ein guter Standort zum Gründen. Anders als vermutlich in einer Großstadt kennt man sich hier persönlicher und man bleibt eher in Erinnerung. Gute Kontakte konnte ich auch bei den Wirtschaftsjunioren Coburg knüpfen und im Ehrenamt mein Know-how zeigen: Die Gestaltung von Logos und Printmedien für Bildungsprojekte wie die Zeig DICH!-Tour, das Karrierepuzzle, das Projekt Rückenwind und für den Karriereabend.

Was macht eine erfolgreiche Gründung aus?
1. Knowhow, 2. gründliche Vorbereitung, 3. ein Netzwerk. Denn was keiner kennt, kann keiner kaufen. Viele Existenzgründer stellen fest: Da draußen wartet keiner wirklich auf dich. Es gibt genügend andere Unternehmen, die ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Die Wirtschaftsjunioren Coburg sind für Gründer eine gute Plattform, um mit anderen Unternehmern und Führungskräften vertrauensvolle Kontakte auf Augenhöhe zu knüpfen. Und mit etwas Glück wird daraus ein Auftrag. 4. Ehrlichkeit und Flexibilität und mann muss 5. Hilfe annehmen können, von außen. Familie und Freunde sind da oft nicht objektiv genug oder in anderen Branchen tätig.

Welche Dinge sollte man unbedingt beachten? Was vergisst man am Anfang gerne mal?
1. Neukundenwerbung: Man sollte sich unbedingt Gedanken darüber machen, wie man Kunden akquirieren möchte. Ich hatte da wohl sehr viel Glück: Die Lust nach einem Rosinenbrötchen führte mich zum Bäcker auf der Lauterer Höhe. Dort stand ein Fahrzeug mit einer Firmenaufschrift. "Klingt interessant", dachte ich mir, "da rufst du mal an." Ich durfte gleich erste Anzeigen und Verpackungen gestalten. Kurz darauf einen Katalog. So kam ich zu meinem ersten Kunden. 2. Marktbeobachtung und 3. sich auf Bürokratie gefasst machen.

War die Gründung die richtige Entscheidung?
Auch das "verflixte siebte Jahr" hat das graphXartelier gut gemeistert und ich kann sagen: Ich hab den schönsten Job der Welt! Die Entscheidung für die Selbständigkeit war absolut richtig. Das graphXartelier arbeitet für Unternehmen weit über die Coburger Grenzen hinaus. Ist der Kunde zufrieden, dann bin ich es auch. Und falls ich doch mal ein Tief habe, so schaue ich in meinen Motivationsordner. Hier habe ich alle Schreiben zufriedener
Kunden abgeheftet.

Die Fragen stellte
Cindy Schaschek.

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