Aisch
Bauausschuss 

Hohe Kosten schocken die Räte

Bis zu 450 000 Euro müsste die Gemeinde Adelsdorf ausgeben, um die Straße zwischen Aisch und Lauf hochwasserfrei auszubauen. Ein Gutachten, das derzeit erstellt wird, soll eine günstigere Lösung ergeben.
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Die Mitglieder des Bauausschusses trafen sich an der Straße (links), die bei Hochwasser überschwemmt wird. Foto: Pauline Lindner
Die Mitglieder des Bauausschusses trafen sich an der Straße (links), die bei Hochwasser überschwemmt wird. Foto: Pauline Lindner
Steht man an der Straßeneinmündung bei Uttstadt, sieht man es deutlich: Die Ortsverbindungsstraße Aisch-Lauf senkt sich gleich nach den letzten Häusern in eine Mulde. Bei Hochwasser wird ein etwa 400 Meter langes Straßenstück unter Wasser gesetzt. Beim Trafohäuschen steht das Wasser in solchen Fällen etwa 60 Zentimeter hoch.
Eine hochwasserfreie Straßenführung hat deshalb Adelsdorf schon lange auf der Agenda, vor allem seit vor einigen Jahren ein besonders starkes Hochwasser die Evakuierung von Bewohnern der Laufer Mühle notwendig machte. Zu diesem Zeitpunkt war der Aischgrund eine Art See, so sehr war der Fluss über die Ufer getreten. Deswegen war auch die Brücke von der Staatsstraße zur Laufer Mühle unpassierbar; die alte Brücke bei Weppersdorf ist für Kraftfahrzeuge gesperrt. Die Rettungskräfte mussten deshalb über Waldsträßchen die Mühle ansteuern.
Zwar gab es in den vergangenen sieben Jahren kein großes Hochwasser - die Straße stand nur einmal unter Wasser -, aber gerade deshalb fürchten die Einheimischen das nächste Unwetter. Die CSU-Fraktion brachte einen Antrag ein, nun nach Stabilisierung des gemeindlichen Haushalts die Hochwasserfreilegung zu forcieren.
Die Gemeinde Adelsdorf setzte sich mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) in Verbindung. Dieses lehnt eine einfache Erhöhung des Straßenniveaus ab, teilte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) dem Bauausschuss bei einem Ortstermin mit. Denn jenseits der Straße liege eine Retentionsfläche von etwa 6000 Kubikmetern. Sie wäre dann abgeschnitten; die Wassermenge müsste sich anderswo im Ortsgebiet Ausdehnung verschaffen.


Gemeinderäte wollen abwarten

Das WWA regt deshalb eine Bauweise mit mehreren Durchlässen an. Dafür müsste die Straße etwa 1,3 Meter angehoben werden. Die Kosten würden sich vervielfachen. Technischer Bauamtsleiter Werner Wolff schätzt die Kosten in die Größenordnung 350 000 bis 450 000 Euro ein.
"Ich bin schockiert von den Kosten", räumte denn auch Andreas Maier als Sprecher der Antragsteller ein. "Wir sollten die in Auftrag gegebene Hochwasser-Simulation abwarten." Seiner Auffassung schlossen sich alle Ausschussmitglieder an. Die beauftragte Firma hat, so Fischkal, die nötigen Daten schon erhoben. Man setzt darauf, dass sich aus diesem Gutachten eine kostengünstigere Lösung entwickeln lässt, vor allem die Möglichkeit, Ersatzstauraum zu schaffen. Denn das wäre die Alternative zur Straßenerhöhung mit etlichen Rohrdurchlässen. Da die Simulation mit 70 000 Euro gefördert wird, hofft man, dass das für daraus hergeleitete Maßnahmen gelten wird.
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