Coburg

Höhere Hallenmieten wären ärgerlich

Kritisch setzte sich der Präsident der Coburger Turnerschaft, MdB Hans Michelbach (CSU), mit der geplanten Erhöhung der städtischen Hallenmieten auseinander...
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Kritisch setzte sich der Präsident der Coburger Turnerschaft, MdB Hans Michelbach (CSU), mit der geplanten Erhöhung der städtischen Hallenmieten auseinander. Eine solche Steigerung auf fast 20 000 Euro bedeute das Aus für die Turnerschaft. Der Traditionsverein leiste bereits einen hohen Beitrag für das Gemeinwohl und das umfassende Angebot komme allen Bürgern, die Sport treiben wollen, zugute, sagte Michelbach.


Es droht die höchste Rechnung

Die Hauptversammlung der Turnerschaft im Clubhaus "Füllbachstuben" stand ganz im Zeichen des Rückblicks auf ein aktives Vereinsjahr und der Ehrung langjähriger Mitglieder. Das Investorenkonzept, mit dem die Hauptkasse saniert werden sollte, sei bei den Mitgliedern gut angekommen, berichtete der Erste Vorsitzende Stefan Wulf. Es sei insgesamt die stolze Summe von 75 000 Euro zusammengekommen und die beabsichtigte Wirkung, die Hauptkasse ins Plus zu bekommen, sei erreicht worden. Die Krise sei überstanden, aber das Ziel noch nicht erreicht, so der Vorsitzende. Die Erhöhung der Hallenmieten werde die Turnerschaft in besonderem Maße treffen, da sie der Verein mit den meisten Hallenzeiten sei und die höchste Rechnung aller Coburger Sportvereine bekommen würde, befürchtet der Vorsitzende.
Neben dem Sportheim in der Karchestraße tue sich etwas Großes. Die neue Schulsporthalle soll der Ersatz für die 40 Jahre alte Angersporthalle werden. Die Turnerschaft erwarte hier positive Effekte, da das Vereinsheim direkt neben der neuen Sporthalle positioniert sei. Für das Sportheim in der Karchestraße habe der Verein eine dauerhafte Lizenz erworben, damit der Betrieb habe weiterlaufen können. Der Verein wolle jedoch diese Notlösung nicht länger und sei bemüht, die Gastwirtschaft wieder auf klassische Art und Weise zu verpachten. Die Zusammenführung aller Zahlen und Werte von Vereinsheim und Verein habe aus zeitlichen Gründen bisher nicht erfolgen können, sagte er. Den Mitgliedern konnte kein vollständig ausgearbeiteter Jahresabschluss vorgelegt werden.
Die Vereinsstatistik zeige eine konstante Mitgliederzahl von knapp 1300. Dabei würden auf die Männer 62 Prozent und auf die Damen 38 Prozent entfallen. Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsen bis 27 Jahre sei um einen Punkt auf 43 Prozent gestiegen. Die Altersgruppe der Zehn- bis 20-Jährigen sei in der Turnerschaft am stärksten vertreten. Turnen sei nach wie vor die größte Abteilung, gefolgt von Tennis, Handball, Leichtathletik und Taekwondo. Es sei entscheidend, Trends aufzugreifen und, wenn möglich, im Verein auch anzubieten. Manchmal klappe dies nur eine gewisse Zeit wie bei Baseball oder beim Tanzsport, manchmal oft auch auf Dauer wie beim Triathlon oder Taekwondo.


Kein Kassenbericht

Er hätte es für gut befunden, wenn bei der Hauptversammlung ein Kassenbericht vorgelegen hätte, denn dies gehöre zum Vereinswesen einfach dazu. "Dies steht uns nicht gut an", sagte Präsident Hans Michelbach. Es sei heutzutage nicht einfach, einen Sportverein zu führen und in die Zukunft zu bringen. Deshalb sei ein Finanzierungskonzept wichtig.
Der Sparkurs der Stadt sei für die Turnerschaft ein Problem. Die Hallenmieten würden von 3100 Euro im Jahr 2012 über 6200 Euro 2013 nun auf knapp 20 000 Euro steigen. Zu dieser geplanten Steigerung sagte Michelbach nein. Man müsse auch unterscheiden zwischen Vereinen mit Sportheimen oder Immobilienbesitz und Vereinen ohne Liegenschaften. "Eine Abrechnung zwischen Sport und Kultur bringt uns nicht weiter, denn beides ist wichtig und macht Sinne", betont Michelbach.
Durch die neue Sporthalle neben dem Sportheim in der Karchestraße habe der Traditionsverein Coburger Turnerschaft eine Zukunftschance bekommen, sagte Michelbach.
Die Coburger Turnerschaft hat sich nach Worten des Turnwartes Rolf Beyersdorf aus der Turnabteilung mit Geräteturnen und Gymnastik entwickelt. Heute habe die Turnabteilung 20 Übungsleiter und Trainer und mehr als 20 Helfer im Einsatz, die über 400 Sportler betreuten. Derzeit seien die Mitglieder allerdings auf mehr als zehn Turnhallen im Stadtgebiet verteilt. Die neue Turnhalle am Anger sei deshalb eine große Bereicherung für den Verein. des

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