Hannberg

Hochaltar hat einen Paten

Knapp 15 Monate wurde die Hannberger Wehrkirche generalsaniert. Seit Anfang Oktober erstrahlt das Gotteshaus nun in neuem Glanz. Möglich wurde dies auch dur...
Artikel drucken Artikel einbetten
Andreas Hänjes, Reinhard Lugschi, Irene Häusler, Lars Rebhan, Alexander Tritthart, Klaus Eschbaum, Friederike Schönbrunn, Thomas Pickel und Stefanie Lotter (v. l.) überzeugten sich davon, dass die Spende der Stiftung gut angelegt ist. Foto: Christian Enz
Andreas Hänjes, Reinhard Lugschi, Irene Häusler, Lars Rebhan, Alexander Tritthart, Klaus Eschbaum, Friederike Schönbrunn, Thomas Pickel und Stefanie Lotter (v. l.) überzeugten sich davon, dass die Spende der Stiftung gut angelegt ist. Foto: Christian Enz
Knapp 15 Monate wurde die Hannberger Wehrkirche generalsaniert. Seit Anfang Oktober erstrahlt das Gotteshaus nun in neuem Glanz. Möglich wurde dies auch durch zahlreiche private Patenschaften. Die Stiftung der Kreissparkasse Höchstadt "Ein Herz für die Region" übernahm dabei die Patenschaft für den Hochaltar.
Die Ursprünge der katholischen Kirche Geburt Mariens Hannberg reichen zurück bis ins Jahr 1300. Weshalb sich die ersten fränkischen Siedler damals entschlossen, eine Kapelle zu bauen, ist heute nicht mehr bekannt. Fest steht jedoch, dass aufgrund einer schwachen Zentralgewalt am Ende des Spätmittelalters kriegerische Auseinandersetzungen zum Alltag gehörten. Als Folge daraus wurde die heute im Herzen des Seebachgrundes gelegene Anlage immer mehr befestigt - und gilt heute als drittgrößte Kirchenburg in Deutschland.
"Natürlich ist es eine große Freude, in einem überregional bedeutsamen Baudenkmal zusammenkommen und Gottesdienst feiern zu dürfen", sagt Lars Rebhan - seit 2007 Pfarrer in Hannberg. Neben der trutzigen Wehranlage und dem Kirchenschiff zählen dazu auch noch das im Jahr 1700 errichtete Pfarrhaus, das alte Schulhaus und die Mariengrotte. "Allerdings ist dies auch eine große finanzielle Bürde für die 2025 Seelen zählende Pfarrgemeinde."
"Deshalb bin ich besonders dankbar, dass es Menschen gibt, die ehrenamtlich für unsere Heimat eintreten", unterstreicht Alexander Tritthart (CSU). Damit meint der Landrat zwei Facetten bürgerschaftlichen Engagements. Einerseits die Offenheit, unentgeltlich Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Andererseits die Bereitschaft, auf freiwilliger Basis Geld für die Allgemeinheit zu spenden. In Hannberg, so resümiert Kirchenpfleger Reinhard Lugschi, ist in den letzten 15 Monaten beides zusammengekommen. "So konnte unsere Pfarrgemeinde den einmaligen Kirchenbau für 700 000 Euro sanieren". Natürlich, so erklärt Reinhard Lugschi, wurde der Löwenanteil der Baukosten vom staatlichen Bauamt und dem erzbischöflichen Ordinariat getragen. "Am Ende verblieb dennoch ein stattlicher Eigenanteil von 150 000 Euro bei unserer kleinen Pfarrei."
Mit kreativen Ideen bemühten sich Pfarrer und Kirchenverwaltung deshalb darum, Gelder zu akquirieren. "Dabei ging es nicht nur darum, Spenden zu sammeln. Wir wollten die emotionale Verbindung der Gemeindemitglieder zu ihrer Kirche stärken", betont Lars Rebhan.
Eine Idee war es, Patenschaften zwischen Ausstattungselementen und Geldgebern zu vermitteln. "Natürlich können wir nicht versprechen, dass das von einem Paten eingezahlte Geld direkt zur Restaurierung eines speziellen Objekts verwendet wurde", gibt Rebhan zu. "Aber man muss die Kircheninstandsetzung als Ganzes sehen. Möglich wurde sie letztlich nur, weil es Menschen gegeben hat, die sich für den Erhalt einer bestimmten Sache stark gemacht haben."
Patenschaften gab es für einzelne Figuren, Gemälde, Kirchenbänke, die Kanzel - ja sogar den um 1725 in Auftrag gegebenen Hochaltar. "Je nach Größe des Objekts und Umfang der Restaurierung wurden für eine Patenschaft unterschiedlich hohe Summen aufgerufen", erklärt Reinhard Lugschi. "Wichtig war uns, für jeden Geldbeutel etwas anzubieten. Jedes Gemeindemitglied sollte sich beteiligen können und jede Patenschaft war für den erfolgreichen Abschluss der Baumaßnahmen gleich wichtig".


Erfolgreicher Förderantrag

Dennoch stellte die Vermittlung der höher dotierten Patenschaften eine Herausforderung dar. Die Patenschaft für den Hochaltar der Wehrkirche mit einer Summe von 15 000 Euro wäre auch von treuen Spendern schwer zu stemmen gewesen. "Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, bei der Stiftung der Kreissparkasse Höchstadt einen Förderantrag zu stellen", erinnert sich der Hannberger Geistliche.
"Uns war sofort klar, dass wir hier gefordert sind", unterstrich Alexander Tritthart - als Landrat auch Vorsitzender des Stiftungsrates. "Immerhin ist die Wehrkirche eines der bedeutenden Baudenkmäler unseres Landkreises und herausragendes Wahrzeichen des Seebachgrundes." Deshalb entschloss sich der Stiftungsrat zur Übernahme der Altar-Patenschaft. Nun wurde das Geld im Rahmen einer kleinen Kirchenführung übergeben - wobei sich die Stiftungsräte von der ausgezeichneten Verwendung des Geldes persönlich überzeugen konnten.
Christian Enz
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren