Bad Staffelstein

Historische Keramikscheibe war diesmal das Fundstück

Bad Staffelstein — Seltsam, irgendetwas ganz Besonderes entdeckt man immer bei den Keltenwanderungen. War es bei der ersten Tour "H" der Scharlachrote Prach...
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Exkursionsleiter Karl-Heinz Müller machte beim Rundgang auf dem Plateau des Staffelberges einen seltenen Fund, eine historische Keramikscheibe. Der kleine Moritz will sie ganz genau sehen. Foto: luk
Exkursionsleiter Karl-Heinz Müller machte beim Rundgang auf dem Plateau des Staffelberges einen seltenen Fund, eine historische Keramikscheibe. Der kleine Moritz will sie ganz genau sehen. Foto: luk
Bad Staffelstein — Seltsam, irgendetwas ganz Besonderes entdeckt man immer bei den Keltenwanderungen. War es bei der ersten Tour "H" der Scharlachrote Prachtbecherling, ein wunderbarer und seltener Pilz, entdeckt von einem Apotheker aus Lichtenfels in einer Schwabthaler Schlucht, so war es bei der zweiten Tour eine vom Exkursionsleiter Karl-Heinz Müller selbst gefundene historische Keramikscheibe auf dem Plateau des Staffelbergs. "Sie lag einfach am Boden, freigetreten von den vielen Wanderern und der langen Regenperiode", so Müller.
Am Friedhofsparkplatz, dem Ausgangspunkt des Keltenwegs "D", versammelten sich etwa 30 Naturfreunde zur gut vierstündigen Wanderung. Am imposanten Kriegerdenkmal der Gefallenen von 1914-1918 vorbei, war beim sehr schönen Victor-von-Scheffel-Denkmal gleich daneben auch das Untere Tor, auch Nordwesttor genannt, der Hauptzugang zum Oppidum.
Die Wandereindrücke des Dichters und Schriftstellers Joseph Victor von Scheffel, der 1859 als 33-Jähriger zwei Monate auf Schloss Banz war, schlugen sich in dem bekannten Frankenlied "Wanderfahrt" nieder, dessen vierte Strophe auf dem Denkmal zu lesen ist: "Zum heil'gen Veit von Staffelstein, komm ich empor gestiegen und seh die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen".
Zu Füßen liegen hier auch drei große Riffdolomit-Felsbrocken, die hier nicht ihre ursprüngliche Lage haben, sondern sich durch Frostsprengung aus dem Gipfelgestein lösten, stürzten und hangabwärts an ihren jetzigen Standort gerollt sind.
Die Teilnehmer der Exkursion waren von der Sauberkeit und den gepflegten Wegstrecken begeistert. Dank und Lob gilt hier der Stadt Bad Staffelstein. Auch die großzügige Freilegung durch das Forstamt bietet jetzt einen wunderbaren Panoramablick. Alles wirkt jetzt viel dominanter, vorher hat man es nicht so gesehen wie jetzt, auch wie der Efeu am Fels und den Bäumen hochrankt.
Die Absturzstelle eines Flugzeugs auf dem Berg im Jahr 1936 war vielen noch unbekannt. Und noch sehr vieles mehr hatte Exkursionsleiter Müller den Neugierigen zu berichten.
Ein paar weitere Bergwanderer lauschten dann auch in der Adelgundiskapelle mit ihren 16 Heiligen den Ausführungen von Müller. Auch die Zisterne der Kelten, also der Wasserspeicher, für den vor allem die Frauen zuständig waren, war für viele eine neue Entdeckung, ebenso wie die auf dem Heimweg durch das Herrenholz bewunderten und die um das Jahr 1900 geplünderten Hügelgräber.

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