Hirschaid

Hirschaid will Baulandreserven aufstöbern

von unserem Mitarbeiter Werner Baier Hirschaid — Ein Jahr nach Verabschiedung des "Innovativen, Integrierten Entwicklungskonzeptes" (IIEK) soll eine erste Zielvorgabe aufgegriffen ...
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von unserem Mitarbeiter Werner Baier

Hirschaid — Ein Jahr nach Verabschiedung des "Innovativen, Integrierten Entwicklungskonzeptes" (IIEK) soll eine erste Zielvorgabe aufgegriffen werden: Die Ökologische Liste stellte im Marktgemeinderat den Antrag, ein Projekt zu starten, um die Leerstände an Immobilien in der Marktgemeinde für eine Nutzung zu erschließen. "Weniger Leerstand, höhere Lebensqualität, eine bessere Auslastung der vorhandenen Infrastruktur und deutlich weniger Flächenverbrauch durch Neuerschließung" sollen die Eckpunkte des Konzeptes sein, wünschen die Gemeinderäte Roland König und Albert Deml. Und sie verschweigen auch nicht den schönen Nebeneffekt: mehr Einwohner - höhere Einkommenssteuerbeteiligung.
Die Ökologische Liste verweist darauf, dass in dem IIEK 243 Wohngebäude erwähnt sind, die schon oder mittelfristig leer stehen. Es geht dabei um rund 60 Hektar, die voll erschlossen sind, aber nicht oder nur geringfügig genutzt werden. Die Wirkung von leerstehenden Gebäuden auf das gesamte Ortsbild sei äußerst nachteilig und wenig vertrauensbildend. Es erhöhe sich das Risiko von Vandalismus.

Uni mit einschalten

Wie schon die Nachbargemeinde Strullendorf solle auch Hirschaid die Uni Bamberg beauftragen, um mit den Besitzern von Leerständen in Kontakt zu treten. Wenn die Gründe für die "Nichtnutzung" bekannt seien, könnten gezielt Maßnahmen erarbeitet werden, die zu einer besseren Verwendung führen, gaben die ÖLH-Gemeinderäte zu bedenken. Von einem nennenswerten Erfolg des Einsatzes von Studenten in Strullendorf hat Bürgermeister Klaus Homann (CSU) allerdings nichts in Erfahrung bringen können. Die Nachbarn seien bei der Schließung von Baulücken offenbar nicht weit gekommen, belegte er anhand eines FT-Berichts über eine Gemeinderatssitzung.
Freie Grundstücke an den Interessenten zu bringen, sei kein Problem, erklärte Homann: "Da gibt es einen wahnsinnigen Druck!" Nur verkaufe zur Zeit kaum jemand ein freies Baugrundstück, wenn er für den Erlös keine Rendite erziele. Es meldeten sich auch in Hirschaid junge Familien mit Interesse an Altbauten. Doch fehle es auch hier an der Bereitschaft zur Veräußerung solcher Immobilien.
Homann setzte sich schließlich mit dem Vorschlag durch, den Arbeitskreis Liegenschaften mit dem Thema Leerstandsmanagement zu befassen. Im kleinen Kreis sollen Vorschläge fürs weitere Vorgehen ausgearbeitet werden, um in dem "sensiblen Bereich" behutsam ans Ziel zu gelangen. Heinrich Dorn (CSU) hatte davor gewarnt, die älteren Hirschaider durch fremde, junge Studenten nach ihren Plänen befragen zu lassen. Andererseits wurden im Marktgemeinderat Zweifel geäußert, dass für eine Daten- und Informationssammlung die Verwaltung oder der Arbeitskreis Liegenschaften Kapazitäten frei haben.
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