Knetzgau

Hilfe für die Flüchtlinge soll in Knetzgau auf mehr Schultern verteilt werden

Knetzgau — Hilfe, Betreuung, Unterstützung laufen bereits seit Monaten in Knetzgau und Eschenau. Rund zwei Dutzend Ehrenamtliche kümmern sich rührend um die Flüchtlinge, die in der...
Artikel drucken Artikel einbetten
Knetzgau — Hilfe, Betreuung, Unterstützung laufen bereits seit Monaten in Knetzgau und Eschenau. Rund zwei Dutzend Ehrenamtliche kümmern sich rührend um die Flüchtlinge, die in der Gemeinde Knetzgau untergebracht sind. Am Donnerstagabend nun wurde dem Ganzen eine eigene Struktur gegeben. Anstatt aber einen eigenen "Freundeskreis Asyl e.V." zu gründen, schließen sich die Helfer dem Knetzgauer "Bündnis für Familie und Senioren" an.
Dies hat den Vorteil, dass bereits vorhandene Strukturen genutzt werden können und nicht eigens wieder aufgebaut werden müssen. Aber auch ohne die Organisation im Bündnis ist in der Gemeinde Knetzgau in den letzten Wochen und Monaten sehr viel ehrenamtliche Arbeit für die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Armenien geleistet worden. Und die Arbeit wird wohl intensiviert werden beziehungsweise auf noch mehr Schultern verteilt werden müssen, weil abzusehen ist, dass der Flüchtlingsstrom aus den Krisenherden im Nahen Osten oder aus Afrika nicht abreißen wird. Noch im Mai wartet Knetzgau auf weitere Asylbewerber.
Die bisherigen Erfahrungen der Arbeit in Knetzgau und Eschenau zeigen, dass die wenigen Bürger, die sich bislang um die Flüchtlinge kümmern, sehr schnell an ihre eigenen Grenzen stoßen. Vor allem, wenn man es mit traumatisierten Menschen aus fremden Kulturen zu tun bekommt, die zudem eine andere Sprache sprechen, ist man rasch überfordert. Auch der Zeitaufwand für Behördengänge wird oftmals unterschätzt. Vor allem aus diesem Grund ist es wichtig, noch mehr Freiwillige ins Boot zu bekommen.
Wichtig ist den Ehrenamtlichen, das wurde am Donnerstagabend mehr als deutlich, der Erfahrungsaustausch untereinander, vor allem wenn es um Behördengänge, Arzt- oder Apothekenbesuche geht. Welche Behörde übernimmt wofür welche Kosten, welches Formular gibt es wo und wird wann benötigt, sind Fragen, die immer wieder auftauchen. Innerhalb des nun organisierten Bündnisses lassen sich einmal gegebene Antworten schneller und effektiver verbreiten, hieß es bei dem Treffen in Knetzgau.
Als Ansprechpartner in Fragen rund um Flüchtlinge und Asyl fungieren vorerst die jeweiligen "Haus-Paten" Dagmar Schnös und Matthias Lewin für Knetzgau sowie Wolfgang Aull für Eschenau. In Kürze soll es - ähnlich wie zuvor in Eltmann und Haßfurt - ein Willkom- menscafé mit allen Flüchtlingen und Helfern geben. Auch ein Schwimmkurs sowie weitere kulturelle Angebote sind in Planung, um den Asylbewerbern einiges von ihren Sorgen zu nehmen, sie in die Gemeinde zu integrieren und auch möglicherweise vorhandenen Vorurteilen innerhalb der einheimischen Bevölkerung entgegenzuwirken. ml

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren