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Kronach

Herzschlag Afrikas gefühlt

fest  "Afrika hautnah erleben" hieß es am Samstag im Kronacher Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter". Alle Gewinne und Spenden werden in Brunnenprojekte in Afrika investiert.
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Adam Michnik zeigte den Workshopteilnehmern, wie man die Djembe schlägt.  Foto: Heike Schülein
Adam Michnik zeigte den Workshopteilnehmern, wie man die Djembe schlägt. Foto: Heike Schülein
von unserer Mitarbeiterin heike schülein

Kronach — Trommelschläge, Trommelwirbel - keine Frage: Die Musik des schwarzen Kontinents gibt an diesem Samstagnachmittag in der "Struwwel"-Scheune den Ton an. "Wichtig ist der Takt, die Geschwindigkeit", erklärt Adam Michnik, als er den Groove entfesselt. Um ihn herum im Halbkreis sitzt eine fröhliche, jahrgangsmäßig bunt gemischte Runde, die erste Schritte in Richtung afrikanische Trommelkunst wagt. Einige von ihnen tragen afrikanische Kleidung und sind eingefleischte Afrikafans, aber auch einige Neulinge sind trotz der Hitze dabei.
Jeder hat eine Djembe vor sich stehen. Aufmerksam schauen sie auf die Hände des Trommellehrers. Er gibt den Rhythmus vor, sie setzen mit ein. Begeistert machen alle mit und trommeln, was das Zeug hält. Eine afrikanische Trommel zu beherrschen, ist anstrengend. Das sieht man an den Gesichtern, auf denen, nicht nur aufgrund der subtropischen Temperaturen, der Schweiß steht. In der Mitte der Trommel spielt man den Bass, am Rand den Ton oder auch Slap - das wissen bald auch die jüngsten Workshop-Teilnehmer, Benedikt und Manuel.
Adam Michnik ist gebürtiger Bielefelder, wohnt jetzt aber in Steinberg. Auf einer Feier drückte ihm mal jemand eine Trommel in die Hand, wohl weil er in seiner Freizeit etwas Gitarre spielt. Das hat ihn gepackt und nicht mehr losgelassen. Er besuchte die Musikschule in Bamberg und lernte später beim Senegalesen Alpha Ba.
Mittlerweile gibt Michnik, der sich auch im Afrikafest-Planungsteam engagiert, Workshops für Erwachsene und Kinder - so auch an diesem Nachmittag, als er Afrika-Begeisterte jeden Alters mit afrikanischen Rhythmen und der Schlagtechnik vertraut macht.

Ansteckende Lebensfreude

Lächelnde Gesichter, klatschende Hände und wippende Füße - einfach ansteckende Lebensfreude: Die Musik und Tänze des schwarzen Kontinents ließen den Funken sofort überspringen. Ein Blick in die Publikumsreihen bewies, dass "Afrika" sowohl junge Menschen, als auch ältere begeistern kann. Den Gästen wurde ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogamm und ein interessanter Einblick in die Kultur des fernen Kontinents geboten - mit Musikdarbietungen internationaler und regionaler Künstler, kostenlosen Workshops, Informationen über verschiedene Hilfsprojekte und einer Tombola für das internationale Kinderhilfswerk "Plan Deutschland".
Auf einem Basar gab es typische Artikel wie Kunstgegenstände, Stoffe, Kleidung und vieles mehr rund um den schwarzen Kontinent zu kaufen. Es duftete nach dem Eintopf Chakalaka, zubereitet und gut gewürzt von der "Veganen Vokü Kronach".

Mitreißende Musik

Den Höhepunkt des Fests bildeten erneut die mitreißenden Musikdarbietungen namhafter Künstler aus Afrika und der Region. Von Anfang an mit dabei sind die Lokal-Matadoren "Kummazamm" aus Kronach, die mit Spielfreude und lebendigen Rhythmen ebenso begeisterten wie Mohamadou Alpha Ba. Der Senegalese teilte die Bühne mit Adam Michnik vom "Djembetreff" für eine afrikanische Jam-Session mit Gitarre und Gesang. Lisa Rebhan von "Kummazamm" lud zu einem Tanzworkshop ein. Krönender Abschluss des Afrikafests war erneut das große Abendkonzert, als Aïdara Seck, Alpha Ba und "Kummazamm" gemeinsam ein wahres Klangfeuerwerk entfachten.
Diesen Pulsschlag Afrikas durfte Kronach nun schon zu dritten Mal erleben. Das Afrikafest war auch heuer wieder mit einem ökumenischen Gottesdienst im Obergeschoss des "Struwwels" gestartet war.
Die Erlöse und Spenden des Tages kommen Brunnen- und Wasserprojekten in Afrika zugute, passend zum Thema "Wasser". Die Stiftung der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern sowie der Diakonie Bayern bezuschusste das Begleitprogramm im Vorfeld des Afrikafests mit 1500 Euro.
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