Herzogenaurach

Herzogenaurach bleibt beim Thema Sparkassen-Fusion entspannt

bernhard Panzer Der Zusammenschluss mit einem starken Partner sei die einzig sinnvolle Alternative gewesen. Das sagte Reinhard Lugschi von der Kreissparkass...
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bernhard Panzer

Der Zusammenschluss mit einem starken Partner sei die einzig sinnvolle Alternative gewesen. Das sagte Reinhard Lugschi von der Kreissparkasse Höchstadt. Und auch Johannes von Hebel als Vertreter der Erlanger Sparkasse warb in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend für Verständnis und Unterstützung.
Die bevorstehende Fusion der beiden Sparkassen ist nun auch Thema in Herzogenaurach. Die Stadt ist ja einer der Partner. Das geht zurück auf das Jahr 1929, als die Einrichtung nach Erlangen angegliedert wurde
Ein Zusammenschluss steht nun aktuell Höchstadt bevor. Aus Herzogenauracher Sicht wurde das nicht nur als problemlos betrachtet, sondern auch als durchaus positiver Schritt bewertet. Für Bürgermeister German Hacker (SPD) ist der jetzige Zeitpunkt deshalb richtig, weil man in ein paar Jahren nicht mehr die nötige Bewegungsfreiheit habe. Das meinte in der Sitzung auch Retta Müller-Schimmel von den Grünen. Durch ein Hinausschieben würde man eine Chance verpassen, meinte sie. Und Bernhard Schwab (CSU) merkte an: "Ängste schüren nutzt nichts. Man muss rechtzeitig dran sein."
Wichtig sind für alle Beteiligten die Zusagen der Offiziellen. So soll das Zweigstellennetz erhalten bleiben und damit die Versorgung in der Fläche, auch eine Sicherung der Arbeitsplätze ist nicht nur für den Herzogenauracher Bürgermeister ein wichtiges Thema. Hier wiederholte der künftige Vorstandsvorsitzende von Hebel seine mehrfach getätigten Aussagen. "Es passt einfach nicht zu einer Sparkasse, betriebsbedingt zu kündigen." Außerdem sei es ein Ziel, "die kundennahe Versorgung ... auch in Zukunft mit örtlich verwurzelten Sparkasseneinrichtungen und Schwerpunkten in Erlangen, Höchstadt und
Herzogenaurach entsprechend ihrer bisherigen Bedeutung und
Marktdurchdringung nachhaltig zu festigen."
Nachfragen gab es in der Sitzung allerdings über das hohe Tempo, mit der die Entscheidung verkündet worden sei. "Für uns Kreisräte war das schon sehr überraschend", sagte Müller-Schimmel und Manfred Welker (Freie Wähler) verwies auf sein Bauchgrimmen: "Die Leute haben Angst um ihre Sparkasse und Zweigstellen." Er schob die rhetorische Frage hinterher: " Wer bleibt auf der Strecke?" Was bei Bürgermeister Hacker eine deutlicher Reaktion hervorrief. Niemand bleibe auf der Strecke, man habe eine echte Win-Win-Situation.


Eine Gegenstimme

Man sei sehr zweigstellenaffin aufgestellt, sagte Johannes von Hebel. Allein in Herzogenaurach (37 Mitarbeiter) habe man vier Geschäftsstellen. Warum solle man nach der Fusion plötzlich anders auftreten?
Und Reinhard Lugschi erläuterte, dass die Fusion schon seit zwei Jahren Thema im Verwaltungsrat sei. Höchstadt sei bei den Erträgen massiv unter Druck geraten und habe 2015 schon mit einem zehnprozentigen Personalabbau reagiert. Als die Zinsen nochmal deutlich fielen "und die Nulllinie unterschritten", hätten die Maßnahmen der Stabilisierung nicht mehr genügt. Also blieb nur die Fusion, deren Gedanke im vierten Quartal des letzten Jahres dann auch gefestigt und bekannt gegeben wurde.
German Hacker hatte für "die gefühlte Abruptheit" Verständnis. Das Thema dürfe nicht zu lange gekocht werden, schon wegen der Rücksichtnahme auf die Mitarbeiter. Zustimmung bekam Hacker da von CSU-Fraktionschef Schwab: "Hätte man vor zwei Jahren schon informiert, was wäre das für ein Dilemma gewesen?"
Gegen den beabsichtigten Zusammenschluss stimmte dann Manfred Welker von den Freien Wählern.
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