Aufseß

Heimliche Hochzeit

Noch stecken die Schauspieler der "Aufseßer Theaterleut" mitten in den Proben. Ihre große Stunde schlägt am 15. Juli, wenn ihr neues Stück Premiere feiert.
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Die Schauspieler freuen sich schon sehr auf die Aufführungen.  Foto: Carmen Schwind
Die Schauspieler freuen sich schon sehr auf die Aufführungen. Foto: Carmen Schwind
Der Sommer wird unterhaltsam in diesem Jahr in Aufseß. Denn die "Aufseßer Theaterleut", die Theatergruppe des örtlichen "Fränkische-Schweiz-Vereins, gibt im Juli das abwechslungsreiche Stück "Unsre Hochzeit - Eure Hochzeit" zum Besten. Das Stück heißt im Original "O Gott, die Familie" und stammt aus der Feder von Bernd Gombold.
"Wir haben ein paar Sätze verändert und uns einen anderen Titel einfallen lassen", berichtet der Leiter der Gruppe, Klaus Gerber. Er ist unter anderem für die Organisation und die Flyer verantwortlich. Außerdem spielt er den Papa des Bräutigams - einen Oberpfälzer.
"Die Rolle hat mir gut gefallen. Denn der Typ ist primitiv, derb und ein wenig ekelhaft. Da kann ich so richtig vom Leder lassen", berichtet Gerber und lacht.
Regie führt Michael Wittich. Er wird dabei von Kathrin Lunz unterstützt. Der Regisseur erzählt, dass das Team gemeinsam entscheidee, was genau gespielt werden soll. Erst werden Leseproben durchforstet und angespielt, dann wählen seiner Darstellung zufolge alle ein Stück aus. "Wir versuchen eines auszuwählen, das zur Naturbühne vor dem Felsen passt und gut ist für die Schauspieler", erklärt Wittich, der auch den Opa des Bräutigams spielt. Nach den Proben im Gemeindehaus geht es zur ersten Probe mit dem neuen Bühnenbild in den Garten von Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU).
Bäuerlein ist auch Vorsitzender der Ortsgruppe und erinnert sich gern an den Ursprung der Gruppe im Jahr 2014. Damals feierte die Gemeinde ihren 900. Geburtstag. "Da gab es Stationentheater zur Aufseßer Geschichte. Es sind die verschiedenen Epochen gespielt worden. Und ich hatte selbst auch mitgespielt", erzählt Bäuerlein.


Großer zeitlicher Aufwand

Bäuerleins Frau Josefine ist Zweite Vorsitzende der Vereins. Sie hat jedoch keine Zeit zum Mitspielen, denn der entsprechende zeitliche Aufwand ist doch recht groß.
Sohn Stefan Bäuerlein, ein gelernter Schlossermeister, hat das Bühnenbild aufgebaut: "Erst habe ich mir überlegt, was passen könnte, und das dann eigenverantwortlich umgesetzt. Ich frage aber immer nach, ob es den anderen gefällt." Michael Wittich erklärt, dass es gar keine richtigen Hauptrollen gibt. Wenn, dann würde das ganze Team einen Oscar gewinnen, scherzt der Regisseur.
Co-Regisseurin und im Stück die Mutter der Braut, Kathrin Lunz, meint, dass man bei einem derartigen Projekt Spaß haben und es mit ganzem Herzen angehen muss. "Wir können uns im Stück ausprobieren. Und es ist von Anfang bis Ende spritzig", so Lunz.
Das Stück handelt von einem jugendlichen Liebhaber, gespielt vom 53-jährigen Erich Pollach, der sich mit seiner Liebsten in einer Hütte einmietet, um heimlich zu heiraten. Aber die Familie bekommt dann eben doch Wind davon. "Es ist ein lustiges Stück. Man kennt die Situation ein wenig von der eigenen Verwandtschaft", so Pollach. Er schwärmt vom schönen Licht und der tollen Stimmung auf der Felsenbühne. Vor drei Jahren war er angesprochen worden, ob er denn nicht einen Henker spielen möchte - mit nur einem Satz Text.
Nach drei Jahren hat Pollach es jetzt zum jugendlichen Liebhaber gebracht. Seine Braut spielt die 25-jährige Sandra Oberreich, die im wirklichen Leben erst geheiratet hat. Sie ist froh, dass es in ihrer Familie nicht so kompliziert ist. Nun wird erst einmal fleißig geprobt, damit die Aufführungen ein Erfolg werden und die Zuschauer einen kurzweiligen Abend genießen können.

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