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Weismain

Heim für Schnecken und Schmetterlinge

Einweihung  Der katholische St.-Anna-Kindergarten in Weismain bietet nach der Erweiterung Platz für 124 Mädchen und Buben.
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Pfarrer Gerhard Möckel hat Louis Löhrlein seinen Weihwassersprenger geliehen. Der Knirps fühlt sich wie ein Geistlicher und segnet den Gruppenraum für die Schmetterlinge. Architekt Georg Dietz, Bürgermeister Udo Dauer und sein Stellvertreter Hans Schott (hinten von links) verfolgen das Geschehen.  Foto: Stephan Stöckel
Pfarrer Gerhard Möckel hat Louis Löhrlein seinen Weihwassersprenger geliehen. Der Knirps fühlt sich wie ein Geistlicher und segnet den Gruppenraum für die Schmetterlinge. Architekt Georg Dietz, Bürgermeister Udo Dauer und sein Stellvertreter Hans Schott (hinten von links) verfolgen das Geschehen. Foto: Stephan Stöckel
von unserem Mitarbeiter Stephan Stöckel

Weismain — Die Kleinen jubilierten "Wir feiern heut ein Fest, weil Gott uns alle liebt", segneten mit dem Weihwassersprenger die neuen Räumlichkeiten und ließen am Schluss vor lauter Freude über die gelungene Baumaßnahme bunte Luftballons in den Himmel steigen.
Die Einweihung des erweiterten katholischen St.-Anna-Kindergartens am Sonntagnachmittag war ein großer und fröhlicher Tag für die Jungen und Mädchen. Aber nicht nur für sie: Auch die Erwachsenen freuten sich über den rund eine Million Euro teuren Anbau. Für Kirchenpflegerin Maria Bauer ist das sinnvoll investiertes Geld: "Der Entschluss für den Anbau war eine kluge Entscheidung, ist doch die Belegung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Dass es in Weismain immer mehr Kinder gibt, ist doch eine schöne Sache."
Die Leiterin der Einrichtung, Karin Vonbrunn, untermauerte dies mit konkreten Zahlen: "Als ich vor vier Jahren meinen Dienst in Weismain antrat, waren es noch 52 Kinder. Derzeit besuchen 111 Kinder die Einrichtung. 15 davon gehen in den Hort, 17 in die Krippe, der Rest in den Kindergarten." Die positive Entwicklung setzt sich fort: Wenn in den nächsten Wochen oder Monaten Mama oder Papa nach der Elternzeit in den Beruf zurückkehren und ihre Kleinen in die Krippe schicken, werde sich die Zahl der Mädchen und Buben auf voraussichtlich 124 erhöhen, prognostizierte sie.


Flüchtlinge spielen keine Rolle

Als Gründe für den Anstieg führte sie hauptsächlich die gute Arbeit des Personals, Zuzüge in die Neubaugebiete und steigende Geburtenzahlen an. Die Flüchtlingskinder spielten nur am Rande eine Rolle.
Vor drei Jahren hatte die Kindertagesstätte (Kita) aufgrund der stetig steigenden Belegungszahlen eine Notgruppe in der Turnhalle des Kindergartens einrichten müssen. Dass das keine Dauerlösung sein konnte, war allen Beteiligten klar. Und so beschlossen die Stadt Weismain als Eigentümer und die Kirchenstiftung St. Martin als Betriebsträger - mit finanzieller Unterstützung des Erzbischöflichen Ordinariats und des Freistaates Bayern - die Einrichtung um einen Anbau zu erweitern. Das Erdgeschoss, wo insgesamt zwölf neue Krippenplätze entstanden sind, ist zur Heimstatt für die "kleinen Schnecken" geworden, so der Name der Gruppe. Die "Schmetterlinge", wie die vierte Kindergartengruppe heißt, "flattern" im Untergeschoss, wo 25 Kindergartenplätze eingerichtet worden waren.
Bürgermeister Udo Dauer (CSU) hob bei der Einweihungsfeier in der Aula der benachbarten Grundschule hervor, dass die Stadt trotz der angespannten Finanzsituation Geld für die Kinderbetreuung in die Hand genommen habe: "Das Jahr 2015 ist geprägt von Baumaßnahmen, die unseren Kleinsten und deren Eltern zugute kommen. In Modschiedel steht ein neuer Kindergarten kurz vor seiner Vollendung."
Elternbeiratsvorsitzender Stefan Bornschlegel verglich den Anbau mit einer Geburt ("Der Rohbau wächst so wie der Bauch einer Mama"), während Architekt Georg Dietz symbolisch einen Blumenstrauß mit Schlüssel überreichte.

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