Strullendorf
Etat 

Haushalt am Limit

Die Gemeinde Strullendorf steht vor großen finanziellen Herausforderungen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Erschließung des Festplatzareals ist eine der großen Infrastruktur-Investitionen der Gemeinde Strullendorf. Inzwischen haben dort die Arbeiten für den Einkaufsmarkt begonnen.  Fotos: Ronald Rinklef/Hans Kurz
Die Erschließung des Festplatzareals ist eine der großen Infrastruktur-Investitionen der Gemeinde Strullendorf. Inzwischen haben dort die Arbeiten für den Einkaufsmarkt begonnen. Fotos: Ronald Rinklef/Hans Kurz
Angesichts der anstehenden Aufgaben wird Strullendorf künftig kaum um eine Kreditaufnahme herumkommen. In diesem Jahr kann eine Neuverschuldung jedoch noch mal vermieden werden - allerdings nicht ohne einen tiefen Griff in die Rücklagen der Gemeinde.
Die Planung für eine Südanbindung des Gewerbegebietes, die Erschließung des Festplatzareals, Umbau des Mehrgenerationenhauses - das sind nur einige der großen Brocken, die im investiven Bereich in diesem und in den kommenden Jahren anstehen. Mit einem Gesamtvolumen von rund 16,7 Millionen Euro liegt der Ansatz des aktuellen Haushaltsplans bereits rund zehn Prozent über dem des Vorjahres.
Dabei zerren gleich zwei Faktoren - auf die Strullendorf selbst keinen Einfluss hat - recht deutlich an der Finanzkraft der Kommune: Zum einen holt sich der Landkreis von der Gemeinde in diesem Jahr satte 3,384 Millionen Euro an Kreisumlage. Das sind trotz des unveränderten Hebesatzes 646 000 Euro mehr als im Vorjahr. Und damit ist die Summe, die die Gemeinde Strullendorf an den Landkreis abführt in etwa genauso hoch wie die, die in eigene Investitionen fließt. Auf der anderen Seite sinken die Schlüsselzuweisungen an die Gemeinde um fast die Hälfte auf nur noch 473 000 Euro.
Es ist also ein Minus von über einer Million Euro, das Strullendorf in diesem Jahr kompensieren muss. Keine leichte Aufgabe trotz stabiler oder sogar leicht steigender Einnahmen aus der Gewerbesteuer und der Einkommensteuerbeteiligung. Kämmerer Thomas Fischer sieht sich also gezwungen, gut eine Million Euro aus den Rücklagen zu entnehmen, um den Haushalt 2016 auszugleichen. Eine Kreditaufnahme kann Strullendorf aber vermeiden - noch. "Als Kämmerer war ich bisher gegen eine Kreditaufnahme. Aber ich sehe nicht mehr, wie wir das in Zukunft schaffen können", sagt Fischer.


Gewerbesteuer bleibt

Darüber, dass die anstehenden Investitionen sinnvoll und notwendig sind, ist man sich im Gemeinderat einig. Der vorgelegte Haushalt wurde einstimmig gebilligt. Unterschiedliche Meinungen gab es zur Frage, wie die Investitionen besser gegenfinanziert werden können.
Wie im vergangenen Jahr hatte die Neue Liste dazu den Antrag gestellt, den Hebesatz der Gewerbesteuer um 40 Punkte auf 350 Prozent zu erhöhen. Mit den seit 1994 unveränderten 310 Prozent liegt Strullendorf derzeit teils deutlich unter dem der Nachbargemeinden und dem Landkreisdurchschnitt. Doch der durchaus nachvollziehbaren Argumentation von Sebastian Kehl wollten sich die anderen Fraktionen nicht anschließen. Nach einem Vorschlag der CSU soll die Gewerbesteuer nun erst im kommenden Jahr und dann auch nur um zehn Punkte auf 320 Prozent steigen.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren