Haßfurt

Hat der 21-Jährige zugetreten?

von unserem Mitarbeiter Manfred Wagner Haßfurt/Bamberg — Eine Demonstration vom 25. Oktober 2014 in der Bamberger Innenstadt hat ein juristisches Nachspiel. Deshalb fand jetzt ein ...
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von unserem Mitarbeiter Manfred Wagner

Haßfurt/Bamberg — Eine Demonstration vom 25. Oktober 2014 in der Bamberger Innenstadt hat ein juristisches Nachspiel. Deshalb fand jetzt ein Strafprozess vor dem Jugendgericht am Amtsgericht Haßfurt statt.
Bei der Veranstaltung soll es zu vereinzelten Scharmützeln zwischen Polizei und Demonstranten gekommen sein. Dabei, so Staatsanwalt Arno Ponnath, habe ein 21-Jähriger einen Polizeibeamten absichtlich gegen das Schienbein getreten. Da sich gestern nicht zweifelsfrei klären ließ, ob das tatsächlich so war, wird der Prozess in zwei Wochen mit weiteren Zeugen fortgesetzt.
An diesem Samstag im Herbst vergangenen Jahres protestierten knapp 200 Demonstranten aus dem rechtsextremen Spektrum gegen angeblichen Asylmissbrauch. Weit über eintausend Gegendemonstranten setzten sich zeitgleich für Flüchtlinge und Ausländer ein. Um gewaltsame Zusammenstöße zwischen den beiden Demonstrationen zu verhindern, hatten die Ordnungskräfte der Polizei die undankbare Aufgabe, für Distanz zwischen den Protestgruppen zu sorgen. Unter denjenigen, die in der Domstadt ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen wollten, befand sich der junge Mann aus dem Maintal.

Tritte gegen Uniformierte

Wie die Ereignisse konkret abgelaufen sein sollen, schilderte ein junger Polizist aus Nürnberg. Der Angeklagte mit dem Nasenpiercing und dem markanten Ohrring, sagte der Zeuge, habe sich in der Mittagszeit mit etlichen Gesinnungsgenossen in der Luitpoldstraße hinter einem breiten, etwa zweieinhalb Meter langen Banner postiert. Als seine Einsatzgruppe diese wenigen Gegendemonstranten zurückdrängen wollte, hätten diese darauf mit Stößen und Tritten gegen die Uniformierten reagiert.
Dabei, so der Beamte weiter, sei er "Auge in Auge" vor dem Beschuldigten gestanden. Dieser habe ihm mindestens einmal kräftig gegen das rechte Schienbein getreten. Der Polizeiarzt diagnostizierte eine Rötung und Schwellung. Noch zwei Tage lang, sagte der Getretene weiter aus, habe er Schmerzen gehabt. Als dann am Ende der Kundgebung eine Personengruppe von Polizeikräften eingekesselt worden sei, habe er den "Schienbeintreter" ohne jeden Zweifel wiedererkannt.
An dieser Stelle schaltete sich der Verteidiger Yunus Ziyal ein. Er präsentierte dem Gericht Fotoaufnahmen vom damaligen Geschehen. Die Aufnahmen, so der Rechtsanwalt, zeigten eindeutig, dass sein Mandant zur fraglichen Zeit gar nicht am Tatort gewesen sei. Vielmehr habe er sich im Bereich des Bahnhofs aufgehalten. Es gebe noch zwei weitere Zeugen, die genau das bestätigen könnten.
Jugendrichter Martin Kober blieb daraufhin nichts anderes übrig, als die Verhandlung zu unterbrechen und einen neuen Termin festzusetzen. Die Verhandlung mit den weiteren Zeugen wird am 13. Juli um 13 Uhr fortgesetzt wird.

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