LKR Haßberge
Währung 

Haste noch ne Mark?

Vor 15 Jahren wurde der Euro eingeführt und ersetzte in Deutschland die Deutsche Mark als Währung. Der Fränkische Tag hat bei den Banken in der Region nachgefragt: Was ist die müde Mark noch wert?
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Friederike Stark

15 Jahre Euro. 15 Jahre! Kinder, die damals auf die Welt kamen, sind heute Teenager, bekommen ihr eigenes Taschengeld und haben trotzdem keinen Pfennig in der Tasche. Sie haben nie eine Fünf-Mark-Münze über die Ladentheke gehen sehen, nie einen Punker die Frage stellen hören: "Haste mal ne Mark?"
Am 1. Januar 2002 verlor die Deutsche Mark (DM) den Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Das hatte bei etlichen Familien zur Folge, dass sich Euro-Starterkits an Heiligabend unter den Weihnachtsbäumen häuften. In einem Starterkit steckten 20 Münzen im Wert von 10,23 Euro. Wie seltsam sich das damals anhörte - "Euro". Der Gegenwert waren 20,01 DM. Und wie es immer mit Währungen ist, die man noch nie in der Hand gehalten hat: Die Geldscheine und die Münzen, insbesondere die zweifarbigen Ein- und Zwei-Euro-Münzen, wirkten wie Spielgeld.
15 Jahre später sind das alles nur noch romantische Erinnerungen. Der Euro ist Alltag. Doch hier und da taucht die Mark wieder auf. Beim Ausmisten auf dem Dachboden. Beim Durchsehen alter Klamottenkisten. Beim Auflösen einer Wohnung. Mal sind es nur ein paar Pfennig, manchmal aber taucht auch ein Schein auf. Doch was dann? Ist die müde Mark noch etwas wert?
Eine Nachfrage des Fränkischen Tags bei den großen Banken in der Region zeigt: Ja, die Mark ist noch etwas wert. "Ein Euro entspricht einem Wert von 1,95583 Deutsche Mark", erklärt Michael Geiling von der Sparkasse Ostunterfranken. Ab und an kommt es laut Sparkasse auch zu Nachfragen von Kunden, die DM-Bestände zum Beispiel bei Haushaltsauflösungen gefunden haben. "Umtauschmöglichkeiten bestehen dann bei allen Filialen der Deutschen Bundesbank. Von Seiten der Bundesbank erfolgt der Umtausch der alten DM-Bestände gebührenfrei", erklärt Sparkassen-Mitarbeiter Geiling. Denn die Sparkasse selbst verfügt über keine eigenen DM-Bestände mehr: "Im Zuge der Währungsreform wurden sämtliche DM-Bestände getauscht."
Auch die Raiffeisen-Volksbank Haßberge verweist ihre Kunden an die Bundesbank. "Wir haben zehn Jahre nach der Einführung des Euros entschieden, keine D-Mark mehr zu wechseln", erklärt Vorstand Christian Schwab. Der Grund dafür sei gewesen, dass es kaum bis gar keine Kunden mehr gab, die größere Geldbeträge umtauschen wollten.
Bei der Flessabank Schweinfurt/Haßfurt hingegen gibt es für die Kunden der Bank noch immer die Möglichkeit, ohne Entgelt DM-Scheine oder -Münzen zum offiziellen Wechselkurs umzutauschen. "Unsere Kunden nutzen diese Möglichkeit nach wie vor und tauschen unterschiedlich hohe Geldbeträge um", erklärt Eva Wolfschmitt, die an der Kasse arbeitet. Sie weiß: Die Leute finden auch 15 Jahre nach der Einführung des Euros noch ein paar Mark: "Von ein paar Pfennig bis hin zu höheren Beträgen ist alles dabei", sagt Wolfschmitt.
Übrigens: Nach Angaben der Deutschen Bundesbank waren am 30. Juni 2016 noch immer 12,76 Milliarden DM nicht umgetauscht. Das entspricht einem Gegenwert von 6,52 Milliarden Euro. Dieses D-Mark-Bargeld teilt sich nach Angaben der Bundesbank zu fast gleichen Teilen in Scheine und Münzen auf. Es kann sich also lohnen, Keller und Dachboden doch nochmal gründlich auszumisten. Vielleicht verbergen sich dort noch ein paar Mark.
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