Haßfurt

"Haßfurt hilft" will Schulfahrzeug für zwei Dörfer in Albanien finanzieren

Haßfurt — Die Organisation "Haßfurt hilft" feiert am Donnerstag, 17. September, ihr 20-jähriges Bestehen. Dankbar und auch zufrieden wollen die Mitglieder dann Bilanz ziehen. Bilan...
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Haßfurt — Die Organisation "Haßfurt hilft" feiert am Donnerstag, 17. September, ihr 20-jähriges Bestehen. Dankbar und auch zufrieden wollen die Mitglieder dann Bilanz ziehen. Bilanz über 20 Jahre Hilfe für Kinder und Jugendliche in Osteuropa, denen man den Weg ebnen will, die Strukturen kennenzulernen, freie und demokratische Europäer zu werden.
Mundartautor Wilhelm Wolpert hat "Haßfurt hilft" zusammen mit mehreren Mitstreitern ins Leben gerufen. In Schulen, Internaten, Kliniken, Kindergärten und Waisenhäusern wurde in Litauen, der Ukraine und wird zurzeit in Albanien massive Unterstützung gewährt, wie "Haßfurt hilft" mitteilte.
Gerade jetzt, kurz vor dem Jubiläum, drückt "Haßfurt hilft" ein besonderes Problem. Die Organisation hofft deswegen auf Unterstützung.
Die drei deutschen Ordensschwestern der Missionsstation in Fushe Arrez, der Kleinstadt im nordalbanischen Gebirge, haben eine große Sorge. Es gibt zwei abgelegene Dörfer, nämlich Srriqe und Lumzi, in denen nur Analphabeten wohnen. Grund: Die nächste Schule ist zu weit entfernt. Die Ordensschwestern betonen, dass Bildung die einzige Voraussetzung sei, sich gegen Willkür und Korruption wehren zu können. Erst nach Beseitigung dieses Grundübels kann aus dem schönen Land ein freies, europäisches Land werden. Tatsache ist laut "Haßfurt hilft", dass auch die Kinder weder lesen noch schreiben oder rechnen lernen können, weil sie keine Möglichkeit haben, in die Schule zu gehen. Der Weg in die nächstgelegene Schule ist mehr ein Klettersteig. Er führt über Felsen und durch Schluchten, viel zu gefährlich für die Kinder. Die sogenannte Straße aber, die nur ein Feldweg ist und die diesen gefährlichen Weg weiträumig umgeht, ist über 20 Kilometer lang. Es gibt nur eine Lösung: ein geländegängiges Fahrzeug.

Wer hilft mit?

Die Führungsmannschaft von "Haßfurt hilft" ist sich einig: "Wir werden uns bemühen zu helfen", sagt Helga Schumacher, die Vorsitzende, und Wilhelm Wolpert, der Ehrenvorsitzende, fragt seinen Kassenwart Walter Becker: "Was hammer denn aufm Konto?" Das Ergebnis: "Haßfurt hilft" hat ein Angebot für ein gebrauchtes Fahrzeug, das die zehn Kinder gut transportieren könnte; es kostet rund 15 000 Euro. "Das wäre ideal für diesen Zweck, aber wir können nur die Hälfte bezahlen", erklärt der Kassenverwalter.
"Es ist ja schon fast eine Patenschaft, die wir mit diesem Gebirgslandkreis in Albanien haben. Wollen wir die Kinder, wenn am 1. September dort die Schule angeht, wirklich im Stich lassen?", fragt Helga Schumacher und sie fährt fort: "Wenn wir alle zusammenlangen, die Haßfurter und die Haßbergler, dann müsste es doch gelingen, die Summe zusammenzubringen." Einer der Gründungsmitglieder, der Omnibusunternehmer Bernhard Hümmer aus Kirchlauter, hat sich schon bereiterklärt, das Fahrzeug umsonst herzurichten, und eine kleine Mannschaft zur Überführung steht auch schon bereit. red



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