LKR Kulmbach

Hartz IV direkt nach Jobverlust

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Kulmbach — Nur knapp 81 Prozent der Beschäftigten im Landkreis, die 2014 den Job verloren, wurden bei Eintritt der Arbeitslosigkeit von der Arbeitslosenversicherung betreut und finanziell unterstützt. Fast 20 Prozent waren demgegenüber nach dem Jobverlust nach den Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) direkt auf Hartz IV angewiesen. Absolut waren es 2238 Arbeitskräfte, die zu Beginn der Arbeitslosigkeit Arbeitslosengeld erhielten und 526, die bereits bei Eintritt der Arbeitslosigkeit direkt in Hartz IV rutschten. Diese Fakten zeigten, dass der Weg vom Beschäftigten zum Hartz-IV-Empfänger kürzer ist, als vielfach angenommen. Die Sicherungslücken der Arbeitslosenversicherung könnten nicht länger übersehen werden, so DGB-Kreisvorsitzender Detlef Ramming.


"Verarmungsrisiko hoch"

Hartz IV, betont Ramming, dürfe keinesfalls stets mit Langzeitarbeitslosigkeit gleichgesetzt werden, denn auch bei vorheriger Beitragszahlung sei das Verarmungsrisiko zu Beginn der Arbeitslosigkeit sehr hoch. Dies gefährde die Legitimation der beitragsbezogenen Arbeitslosenversicherung. Viele hätten zwar gearbeitet und auch ein ganzes Jahr Beiträge zur Versicherung gezahlt, aber dies nicht innerhalb der letzten zwei Jahre (der sogenannten gesetzlichen Rahmenfrist) schaffen können, weil sie befristet oder unstetig beschäftigt waren. Bei relativ kurzen Beitragszeiten oder bei Nichteinhaltung der Rahmenfrist von nur zwei Jahren konnte noch kein Versicherungsschutz aufgebaut werden. Zahlungen, die länger zurückliegen, würden hier nicht berücksichtigt.
Der DGB fordert, die gesetzliche Rahmenfrist innerhalb derer ein Versicherungsanspruch aufgebaut werden kann, von derzeit zwei Jahren wieder auf drei Jahre zu erweitern - wie dies bereits bis Februar 2006 galt. Ein entsprechender Appell wurde an die örtliche Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) gerichtet. red
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