Erlangen
Demonstration 

Hand in Hand gegen Hass

Rund 150 Erlanger nahmen an einer Menschenkette gegen Rassismus teil.
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Matthias Hippold von der Amnesty International Hochschulgruppe informierte die Teilnehmer über die Ziele der Veranstaltung. Fotos: Pascale Ferry
Matthias Hippold von der Amnesty International Hochschulgruppe informierte die Teilnehmer über die Ziele der Veranstaltung. Fotos: Pascale Ferry
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40 Organisationen, unter anderem Brot für die Welt, Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, Deutsches Kinderhilfswerk und DGB, hatten am Wochenende zu bundesweiten Menschenketten gegen Rassismus aufgerufen. Auf Einladung der Amnesty International Hochschulgruppe Erlangen trafen sich am Sonntag ab der Mittagszeit bis zu 150 Teilnehmer auf dem Schlossplatz, um einen Tag vor dem Weltflüchtlingstag ein Zeichen gegen Fremdenhass und für Menschlichkeit, Vielfalt und Weltoffenheit zu setzen. Auch Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) beteiligte sich an der Menschenkette.
Während der Erlanger Altstadttag, der in diesem Jahr ein Altstadtwochenende war, in der Umgebung des Martin-Luther-Platzes ausklang und auf dem gegenüberliegenden Marktplatz ein Kurzfilm-Dreh für das Jugendfilmfestival stattfand, stellten sich nach und nach immer mehr Bürger auf und fassten sich in fröhlicher und gelöster Stimmung an den Händen. Auch die Hündin Hannah, laut ihrem Herrchen mit einem freundlichen und weltoffenen Wesen gesegnet, war mit von der Partie und begrüßte tatsächlich viele Teilnehmer überaus erfreut.
Dann ergriff der Sprecher der Amnesty International Hochschulgruppe Erlangen, Matthias Hippold, das Wort: "Zwar gibt es insgesamt weniger ankommende Flüchtlinge, aber die Flüchtlingsursachen sind nicht beseitigt. Es gibt keine sicheren Fluchtwege, deshalb ertrinken Tausende Schutzsuchende im Mittelmeer. Selbst Papst Franziskus hat diese Flüchtlingspolitik im Frühjahr angeprangert."
Obwohl Amnesty International darauf hinweise, dass es in Ländern wie Algerien, Marokko und Tunesien keine Meinungsfreiheit gäbe, sollen diese zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt werden. Aber auch in Deutschland stünde es nicht zum Besten, der Populismus verstärke sich von Tag zu Tag. So habe das EFIE - die Ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung in Erlangen e. V. - im Vorfeld dieser Veranstaltung Hasskommentare im Internet erhalten.


"Offen aus Tradition"

Hippold dankte den Teilnehmern und bat sie, sich an einer Petition an den Bundesinnenminister und die Innenminister der Länder zu beteiligen, in der gefordert wird, rassistische Angriffe klar als solche zu benennen, zu erfassen und zu verurteilen.
Auch Florian Janik richtete kurz das Wort an die Teilnehmer und bekräftigte: "Wir wollen in einer Stadt und in einer Gesellschaft leben, in der Rassismus keinen Platz hat." Er drückte seinen Respekt für die Menschen aus, die sich in erster Reihe gegen Fremdenhass engagieren, auch wenn dies mittlerweile mehr und mehr Mut erfordere. Deshalb sei es richtig und wichtig, heute auf dem Schlossplatz zu sein. Janik dankte den Teilnehmern und schloss mit dem Motto der Hugenottenstadt: "Wir sind offen aus Tradition!"


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