Bad Staffelstein

Halle für Reisende bleibt zu

Weil es keinen Fahrkartenverkauf mehr gibt, ist auch das Staffelsteiner Bahnhofsgebäude geschlossen. Die Stadt sucht deshalb dringend einen Nachfolger für den Kiosk, der auch den Schließdienst übernimmt.
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Karten gibt es momentan nur am Automaten, der Kiosk im Hintergrund steht leer.  Fotos: Tobias Kindermann
Karten gibt es momentan nur am Automaten, der Kiosk im Hintergrund steht leer. Fotos: Tobias Kindermann
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Tobias Kindermann

Der Winter ist keine Zeit, in der man gerne draußen wartet. Schon gar nicht, wenn ein Zug Verspätung hat. Doch am Staffelsteiner Bahnhof bleibt einem nichts anderes übrig. Zwar gibt es hier einen Bahnhof mit Bahnhofshalle - doch die ist geschlossen.
Das hängt mit einem kleinen Gebäude neben dem Bahnhof zusammen: dem Kiosk. Er steht seit Frühjahr leer. Hier war der Fahrkartenverkauf der Bahn - und von hier aus wurde auch der Schließdienst für die Bahnhofshalle übernommen.


Es gibt schon Anfragen

Der Bahnhof selber gehört inzwischen der Stadt. "Wir suchen dringend einen Nachfolger", sagt Wolfgang Hörath, geschäftsleitender Beamter der Staffelsteiner Stadtverwaltung. In der Stadt hängen Plakate - natürlich auch am Kiosk und an der Bahnhofstür - mit den Kontaktadressen. Doch bisher tut sich wenig. Man habe zwar schon Anfragen bekommen, sagt Hörath, es habe sich aber noch nichts ergeben.
So stehen die Bahnreisenden in Bad Staffelstein weiter vor verschlossener Tür - und können Fahrkarten nur am Automaten kaufen, der neben den Treppen zur Unterführung steht.


Teurer Automat

Der Fahrkartenverkauf am Bahnhof ist eine Geschichte mit vielen Kapiteln - und wenige davon sind erfreulich. 2002 endete der Fahrkartenverkauf über die damalige Kurverwaltung. Die Bahn hatte den Agenturvertrag mit der Stadt gekündigt, da Fahrkarten nur noch über ein neues System erhältlich sein sollten. Dafür hätte die Stadt ein Gerät für über 4500 Euro im Jahr leasen müssen. Doch die Stadt wollte sich diese Kosten nicht aufbürden lassen. Auch sonst fand sich niemand, der den Verkauf übernehmen wollte.


Fahrkartenverkauf in der Halle

Es sollte zehn Jahre dauern, bis sich dies wieder änderte: Im August 2012 eröffnete im Bahnhof eine Agentur, Reisende konnten wieder persönlich Fahrscheine kaufen und Auskünfte einholen. Damit war auch die Bahnhofshalle wieder zugänglich. Agenturleiter Mario Deuber war Mitarbeiter der Bahn, es war also auch kompetentes Personal da.
Zwei Jahre später lief der Vertrag aus. Die Vermittlungsprovision sei gekürzt worden, hieß es unter der Hand. Es habe sich nicht mehr gelohnt, für die Bahn zu arbeiten. Doch dann zog der Fahrkartenverkauf in den kleinen Kiosk neben dem Bahnhof, wo vorher ein Dönerstand untergebracht war. Damit war auch die Bahnhofshalle wieder zugänglich.
Doch Anfang Februar dieses Jahres kündigte die Bahn den Vertrag. Der Besitzer war mit Zahlungen im Rückstand - aus gesundheitlichen Gründen, wie er anführte. Weil jedoch zu diesem Zeitpunkt die monatelange Sperrung der Strecke zwischen Bamberg und Lichtenfels wegen des Neubaus der ICE-Strecke schon bestand, war der Einstieg für einen neuen Pächter nicht interessant. Ein Bahnhof ohne Zugverkehr - da wäre nicht viel zu verdienen gewesen.
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