Haßfurt

Gymnasiasten lernten in KZ-Gedenkstätte

Zwei neunte Klassen des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt unter der Leitung der Lehrer Florian Luhmann und Katrin Hiernickel besuchten die Gedenkstätte des e...
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In der Gedenkstätte bekamen die Gymnasiasten viele Informationen über das frühere Konzentrationslager Dachau.  Foto: privat
In der Gedenkstätte bekamen die Gymnasiasten viele Informationen über das frühere Konzentrationslager Dachau. Foto: privat
Zwei neunte Klassen des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt unter der Leitung der Lehrer Florian Luhmann und Katrin Hiernickel besuchten die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Dachau. Sie erforschten, wie die Schule mitteilte, das Thema "Terror und Gewalt im Nationalsozialismus" vor Ort.


Die drei Bs

Bei der Führung lernten die Schüler das Konzentrationslager kennen, aber auch die Bedeutung der der drei guten Bs (Brot: essen, Bad: waschen, Bett: schlafen) sowie der drei schlechten Bs (Bunker: Einzellarrest, Bock: Hiebe auf das nackte Hinterteil, Baum: Auskugelung der Schultern an einem galgenartigen Gestell). Immer wieder wurde von Seiten der Referenten versucht, das Lagerleben so anschaulich wie möglich zu erklären. Was bedeutete es, ein KZ- Häftling im Terrorregime der Nazis zu sein? Warum waren die Häftlinge in der Hitler-Diktatur vollkommen rechtlos und den Bewachern willkürlich ausgeliefert? Warum konnten sie sich gegen die alltäglichen Schikanen nicht wehren? Und immer wieder gab es Fassungslosigkeit bei den Schülern und viele Fragen: Was waren das für Deutsche, die das getan haben? Was sind das für Menschen gewesen, die andere quälten und misshandelten? Was lässt Menschen so unmenschlich handeln? Wie hält ein Mensch so etwas aus?
Ein bedrückendes Gefühl empfanden die Besucher im friedhofsähnlich gestalteten Bereich des Krematoriums. Der Gang durch das sogenannte "Brausebad", das in Wirklichkeit eine getarnte Gaskammer war, erzeugte Beklemmung, denn die Schüler versuchten sich vorzustellen, was in solchen Gaskammern, vor allem in den osteuropäischen Vernichtungslagern wie Auschwitz oder Treblinka , passiert ist.
Die Führung endete im Kino, in dem ein Film mit vielen Originalaufnahmen aus der Zeit der Befreiung Dachaus durch die Amerikaner gezeigt wurde. Die Jugendlichen hörten aufmerksam zu und stellten viele Fragen, die zeigen, dass das Thema auch viele Jahrzehnte später große Bedeutung hat. Durchaus sehr nachdenklich wurde deshalb der Heimweg angetreten. red


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