Dietersdorf

Gute Nachricht: Zum praktischen Arzt in Dietersdorf kommt eine Medizinerin in Seßlach

Dietersdorf — Erleichterung im Seßlacher Stadtgebiet: Bei der Bürgerversammlung in Dietersdorf konnte Bürgermeister Martin Mittag (CSU) am Montagabend verkü...
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Dietersdorf — Erleichterung im Seßlacher Stadtgebiet: Bei der Bürgerversammlung in Dietersdorf konnte Bürgermeister Martin Mittag (CSU) am Montagabend verkünden, dass der Vertrag mit der Nachfolgerin für die Hausarztpraxis in der Altstadt am Nachmittag unterzeichnet wurde. Ab 7. Januar 2017 wird die bei Regiomed angestellte Ärztin dort praktizieren. Somit stehen mit dem in Dietersdorf ansässigen Dr. Radu Craciunean dann zwei Hausärzte im Stadtgebiet zur Verfügung. Dies sei als Übergangslösung zu werten, erläuterte Mittag: "Wir gewinnen ein wenig Zeit, aber auf lange Sicht brauchen wir mindestens drei Ärzte." Neben personeller Verstärkungen werden derzeit auch räumliche Alternativen gesucht. Er habe bereits mit Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) über Förderungsmöglichkeiten für die Erstellung eines Ärztehauses gesprochen, informierte der Bürgermeister die Anwesenden. Dr. Craciunean selbst bekräftigte seine Absicht, weiterhin in Dietersdorf tätig zu bleiben und trat so anderslautenden Gerüchten entgegen. Weiter bat der Hausarzt um Verständnis dafür, dass er nicht mehr Patienten aufnehmen könne, indem er die ihm ansonsten wegen der rigiden Vorgaben der KV entstehenden Nachteile erläuterte. "Mir stehen pauschal 37 Euro pro Patient zur Verfügung", schilderte Dr. Craciunean weiter. "Wenn ich Patienten in Vertretung behandele, erhalte ich nur zwölf Euro." Den von der KV errechneten Patientenschnitt überschritten alle Landärzte, teilweise um das Doppelte. Der Mediziner: "Der Ärztemangel auf dem Land ist Fakt." Angesichts des großen Bedarfs schlug der praktische Arzt die Gründung einer Investorengruppe vor, um die inzwischen geschlossene Hauarztpraxis in Gemünda wiederzubeleben. Diese könne die Immobilie erwerben, in die dann mindestens ein Hausarzt und ein Facharzt einziehen könnten.
Als tolle Eigeninitiative lobte der Rathauschef die Wiederbelebung und Renovierung der Jugendräume im "Haus der Bäuerin": "Sie wurden wunderschön hergerichtet." Mittags Dank galt allen voran Manuel Brasch. Auch die Stadt profitiere von dem Engagement der Jugendlichen: Zum einen wüssten junge Menschen, wo sie sich aufhalten könnten, zum anderen werde das öffentliche Gebäude sinnvoll genutzt.
Der Bürgermeister teilte mit, dass derzeit alle Bauplätze in Dietersdorf vergeben sind. Beschlossen ist der Umzug der Diakoniestation Weitramsdorf-Seßlach in ein ehemaliges landwirtschaftliches Anwesen nahe dem "Haus der Bäuerin". Pläne, dort eine Demenz-WG einzurichten, hatten die Verantwortlichen aus finanziellen Gründen verworfen.
Ob denn nicht auch in Dietersdorf ein Urnenfeld, ähnlich denen in Heilgersdorf und Seßlach, errichtet werden könne, wollte Peter Rotter wissen. Nachdem Mittag darauf hingewiesen hatte, dass es dort - wie jetzt auch jetzt in Gemünda - "Kümmerer" gegeben habe, die sowohl Planung als auch Umsetzung vorangetrieben hätten, erklärte sich dazu in Dietersdorf Wolfgang Braasch bereit. Roland Fischer regte an, einen Spiegel an der schwer einzusehenden Kreuzung Hirtengasse/Dietersdorfer Straße anzubringen.

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