Wonfurt
Überlastung 

Grünpflege wird Luxus

In der Gemeinde Wonfurt will man mit einer Planung den Bauhof entlasten.
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Eine schön gepflegte Parkanlage wie hier am Ortseingang bei Wonfurt von Horhausen her kommend, gefällt jedem. Allerdings stoßen die Bauhofmitarbeiter - wie in vielen Kommunen im Landkreis - auch in Wonfurt an ihre Grenzen. In den kommenden Wochen wird die Verwaltung einen Grünpflegeplan für das Gemeindegebiet erstellen. Fotos: Christiane Reuther
Eine schön gepflegte Parkanlage wie hier am Ortseingang bei Wonfurt von Horhausen her kommend, gefällt jedem. Allerdings stoßen die Bauhofmitarbeiter - wie in vielen Kommunen im Landkreis - auch in Wonfurt an ihre Grenzen. In den kommenden Wochen wird die Verwaltung einen Grünpflegeplan für das Gemeindegebiet erstellen. Fotos: Christiane Reuther
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Christiane Reuther

Englischer Rasen oder Blümchenwiese? Das Problem mit der Grünpflege haben viele Kommunen - vor allem im Sommer. Am Montagabend nahm das "grüne Thema" viel Raum ein bei der Sitzung des Wonfurter Gemeinderates. Die Gemeinderäte Wolfgang Thein, Karl Hellwig und Franz-Josef Selig hatten sich schriftlich an den Bürgermeister und den Gemeinderat von Wonfurt gewandt: Sie möchten, dass für die öffentlichen Grünflächen und sonstigen öffentlichen Pflanzungen im Gemeindegebiet ein Grünpflegeplan erstellt wird.
In dem Plan sollen verschiedene Punkte festgehalten werden: Zum einen sollen Prioritäten gesetzt werden, um Friedhof, Kirchenumfeld oder Rathaus an erste Stelle der Grünpflege zu stellen. Es soll aber auch bedacht werden, bei welchen Flächen der Einsatz zurückgestellt werden kann. Bei Weg- und Waldrändern oder an Gräben würde es den Antragstellern genügen, dass die nötige Verkehrssicherheit gewährleistet wird.
Beim Neuanlegen von Grünflächen forderten die drei Gemeinderäte, dass die Gemeinde grundsätzlich künftige Pflegeaspekte beachtet. Zudem wäre laut Antrag die Überlegung wichtig, bei welchen Flächen es möglich ist, vorhandene, pflegeintensive Flächen in ökologisch wertvolle, pflegeleichte Flächen, wie etwa in eine Blumenwiese, umzuwandeln.
Intensiv gepflegte Grünanlagen sind, wie es in den Antrag heißt, nicht nur kostenintensiv, sondern auch ökologisch relativ wertlos und würden den ohnehin kleiner werdenden Raum für eine natürliche Flora und Fauna einengen. Den Antrag verstand das Trio als Anregung, da im Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses ein hoher Teil an Personalkosten für "Heimatpflege" aufgefallen war.
Durch einen "klugen" Grünpflegeplan und durch den Umbau von pflegeintensiven Flächen zu ökologisch wertvollen könnten mehrere Ziele gleichzeitig erreicht werden: Eine ökologische Aufwertung des Gemeindegebiets und die Entlastung der Gemeindearbeiter, die vor allem in den Sommermonaten allerhand Kritik seitens Bewohner einstecken müssten, wie es im Gemeinderat hieß.
Davon konnte Bauhofleiter Matthias Schmitt ein Lied singen. Er zählte unzählige zusätzliche Arbeitsschritte auf, die in den letzten zwei Jahren das Arbeitspensum der Bauhofmitarbeiter aufs Äußerste strapazierten. Es waren vor allem Pflegearbeiten, die ursprünglich vom Verschönerungsverein übernommen worden waren, dann aber abgegeben wurden, oder die Anwohner altersbedingt nicht mehr ausführen können.
Nach einer ausführlichen Diskussionsrunde schlug Bürgermeister Holger Baunacher vor, einen Grünpflegeplan zu erstellen. Die Anregungen der Antragsteller nahm sich das Gemeindeoberhaupt zu Herzen. Die Planung soll den Gemeinderäten in den nächsten Monaten ein Entwurf zugesandt werden, um dann im Gremium weiter zu beraten.
Um seine Mitarbeiter im Bauhof zu schützen, sicherte Baunacher zu, noch in diesem Jahr eine Prioritätenliste zu erstellen. In diese sollen bestimmte Areale, wie das Umfeld der Friedhöfe, Kirchen, Rathaus, Schule, Bushaltestellen, Spielplätze und die Zufahrtsstraßen aufgenommen werden, die bevorzugt behandelt werden.
Joachim Schwarz wurde in der Sitzung außerdem als Feldgeschworener vereidigt: Bürgermeister Holger Baunacher hat den Wonfurter Joachim Schwarz als neuen Feldgeschworenen im Laufe der Gemeinderatssitzung vereidigt. Schwarz konnte beim Kreissiebenertag am Wochenende in Untersteinbach nicht dabei sein. Bürgermeister Baunacher verwies auf die fränkische Tradition der Feldgeschworenen, die auch Siebener genannt werden. Der Siebener übernehme, so der Bürgermeister, eine wichtige Aufgabe, etwa um Grenzsteine zu setzen, wenn ein neues Baugebiet erschlossen wird.
Informiert wurde über den aktuellen Stand zur Kläranlage Wonfurt: Das Konzept für die Kläranlage in Wonfurt ist erstellt und umgesetzt. Oliver Höhn hatte seine Diplomarbeit der Wonfurter Anlage gewidmet, um diese auf Energieeffizienz mithilfe von steuerungs- und regelungstechnischer Methoden auf den Prüfstand zu nehmen. Das Ergebnis liegt nun vor. Holger Baunacher erklärte es ausführlich seinem Gremium: Baunacher ging auf die Funktionsweise der Kläranlage ein, wie sie die Diplomarbeit darstellt, und beschrieb Analysen und Lösungsansätze. Die Bestandsaufnahme wurden über Monate ausgewertet und konnte nun vorgestellt werden.
Erfreulich ist demnach vor allem das Einsparpotential: Dieses hatte anhand einer Hochrechnung über sechs Monaten hinweg 45 000 Kilowattstunden und 24 Tonnen an CO2 -Emission ergeben. Dagegen standen die Kosten von 6000 Euro.

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