Kulmbach
Politik 

Grünen haben einen neuen Mann für Berlin

Die Grünen Kulmbach sind davon überzeugt, dass sie mit Markus Tutsch einen Abgeordneten für den Bundestag gefunden haben, der nicht nur von Nachhaltigkeit spricht.
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"Menschlichkeit ist nicht verhandelbar." Markus Tutsch, der frisch gebackene Bundestagskandidat der Kulmbacher Grünen, lebt die Ideale seiner Partei. Foto: Uschi Prawitz
"Menschlichkeit ist nicht verhandelbar." Markus Tutsch, der frisch gebackene Bundestagskandidat der Kulmbacher Grünen, lebt die Ideale seiner Partei. Foto: Uschi Prawitz
Hippiefrisur, ausgewaschene Jeans und Strickpullover mit "Atomkraft - Nein Danke"-Aufkleber auf der Rostlaube ... viele Bürger haben noch immer dieses stereotype Bild eines "echten Grünen" im Kopf. Doch die Partei ist längst im Jetzt angekommen, ist mit der Gesellschaft und ihren Anforderungen gewachsen und präsentiert jetzt auch in Kulmbach einen neugewählten Bundestagskandidaten, der alles andere als die gängigen Klischees erfüllt.
Markus Tutsch, 46-jähriger Unternehmer, gebürtig aus Münchberg und Wahlkulmbacher, baut neben seinen Erfahrungen auf ganz konkrete Vorstellungen. "Meine Kernthemen sind Wirtschaft und Energie", sagte der Textilprofi am vergangenen Donnerstagabend bei der Wahlveranstaltung in der Kulmbacher Kommunbräu.
"Dabei geht es mir insbesondere um die Nachhaltigkeit. Bei einem Unternehmen darf es nicht nur im Zentrum stehen, Gewinne zu machen, sondern es muss langfristig der Gemeinschaft zugute kommen." In seiner Vorstellung legte er seine Ansichten zu dem EU-Korsett dar, das alles "in Normen quetschen will", und das zu Lasten der Vielfalt. Auch den Freihandel sieht der Bundestagskandidat kritisch, denn die Demokratie werde dadurch ausgehebelt. "Es wird oft behauptet, dass alle Unternehmer dafür seien, aber ich kenne keinen einzigen." Als Folge drohender Klagen aus dem Ausland sieht er, dass sich keine Regierung, kein Stadtrat mehr trauen wird, etwas zu entscheiden, wenn ein Prozess drohen könnte.


Erneuerbare Energien sind Pflicht

Deutschland sei ein mittelständisch geprägtes Land, diesen Mittelstand gelte es zu fördern, forderte Markus Tutsch. "Multinationale Unternehmen sind dort, wo sie die meisten Gewinne einfahren - heute hier, morgen dort." Konkrete Aussagen trifft er im Zusammenhang mit Unternehmen auch zur Energie, fordert nachhaltige Energie aus Wind und Wasser und einen Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken. "Wir brauchen eine einhundertprozentig erneuerbare Energiezukunft - auch zum Wohnen und für die Mobilität."
Natürlich beschäftigt einen Mann wie Tutsch auch die Flüchtlingsthematik. Er setzt sich für die Bekämpfung der Flüchtlingsursachen ein. "Menschlichkeit ist nicht verhandelbar", so lautet sein Credo, und er weist darauf hin, dass jeder zur Bekämpfung von Fluchtursachen vor der eigenen Haustüre beginnen müssen.
"Mit dem Rohstoffhandel kenne ich mich aus", sagte der ehemalige Entwickler und Qualitätsleiter. "In Afrika gab es einst eine blühende Textilindustrie, bis wir uns in Europa entschlossen haben, unsere ganzen alten Klamotten dorthin zu schaffen und allmählich den Markt zu zerstören." Den gleichen Effekt habe die von der EU subventionierte Agrarpolitik mit Afrika, die zur Folge habe, dass die ganzen Kleinbauern nach und nach aufgeben müssten.
Nicht nur aus Afrika, sondern eben auch aus Kriegsgebieten wie Syrien kämen die Menschen geflüchtet. "Und da ist es wichtig, diese Menschen anständig zu behandeln. In den 90er Jahren kamen die Menschen vom Balkan und fast alle wollten wieder zurück", betonte Tutsch. "Diese Menschen sind heute unsere Botschafter in der Welt, öffnen uns die Türen, und das nicht nur zu ihren Märkten."
Der Unternehmer Tutsch redet nicht nur von diesen Idealen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin stellt er seit zwei Jahren den unteren Teil seines Hauses Flüchtlingen zur Verfügung, er setzt in seinem Unternehmen auf Nachhaltigkeit, engagiert sich als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht und ist Mitglied bei Kiwanis. Sein Unternehmen wurde 2014/15 mit dem GreenTec Award ausgezeichnet.
In ihm haben die Kulmbacher Grünen nicht nur einen Kandidaten, der Ideale verfolgt, sondern sie auch selbst in der Praxis lebt. "Er zeigt, dass das, wofür die Grünen stehen, im echten Leben auch funktionieren kann, und er ist damit für mich der ideale Kandidat", bestätigte Gerhard Schmid, der Vorstandssprecher des Wahlkreisgebietes Bamberg Land Nord. Und Valentin Motschmann, der als Sprecher und Vertreter des Lichtenfelser Wahlkreisgebietes zur Kandidatenwahl nach Kulmbach gekommen war, ergänzte: "Ökologie und Ökonomie gehören zusammen - und Markus Tutsch verkörpert das, was wir seit Jahren predigen. Nachhaltigkeit ist möglich."


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