Coburg

Gründung des Bayerischen Bauernverbands war "ein epochales Ereignis"

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Die Führungen durch die BBV-Büros kamen gut an. Foto: Michael Stelzner
Die Führungen durch die BBV-Büros kamen gut an. Foto: Michael Stelzner
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von unserem Mitarbeiter Michael Stelzner

Coburg — Bauern werden gebraucht. Sie prägen die Landschaft und tragen maßgebend dazu bei, dass die Menschen satt werden. Um die Interessen der Landwirte zu wahren und auf Missstände aufmerksam zu machen, aber auch um in vielen Situationen hilfreich zur Seite zu stehen, braucht es einen starken Verband. So wurde vor 70 Jahren, am 6. September 1945, in München der Bayerische Bauernverband (BBV) gegründet und einige Monate später der Bezirksverband Oberfranken.
In Coburg folgte die Gründung des BBV-Kreisverbandes im Februar 1946, nachdem sich ein Jahr zuvor bereits ein Bauernverein gegründet hatte. "Das war ein epochales und historisches Ereignis", betont Hans Rebelein, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Coburg bei der Jubiläumsfeier.


Wichtige Anlaufstelle

Früher wie heute ist der Verband eine wichtige Anlaufstelle für Bauern aus der Region, wenn es um Fragen rund die Landwirtschaft geht. Mit einem Tag der offenen Tür im Gustav-Dietrich-Haus, in dem die Geschäftsstelle mit acht Mitarbeitern untergebracht ist, wurde der 70. Geburtstag gefeiert.
Stellvertretender Landrat Christian Gunsenheimer stellte die vielseitige Arbeit der Landwirte und deren große Verantwortung heraus.
Geschäftsführer Hans Rebelein, der auch alte Fotos mitgebracht hatte, blickte auf 70 Jahre Bauernverband im Kreis Coburg zurück. Um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen, seien ab 1946 mehr Roggen und Weizen angebaut worden. Zu jener Zeit habe die Landwirtschaft rund 1,4 Millionen Menschen Arbeit und Brot gegeben. Noch 1900 habe ein Landwirt vier Menschen ernährt. Durch den technischen Fortschritt kämen auf einen Bauern heute 144 Menschen.
Besonders die 1970er Jahre, als Europa zusammengewachsen sei, seien für die Landwirte von großer Bedeutung gewesen, fuhr der Redner fort.


"Einig und geschlossen"

"Die meisten Landwirte arbeiten und wirtschaften umwelt- und verantwortungsbewusst", sagte der Redner. Die Landwirte von heute wollten aktiv ihren Beitrag zur Sicherung der Ernährung und für gesunde Lebensmittel sowie für die Reinhaltung von Luft und Wasser leisten. "Außerdem wollen sie an der Kulturlandschaft unserer Heimat mitarbeiten."
Der Bauernverband, der vor 70 Jahren unter dem Leitspruch "Einig und geschlossen wollen wir an die Arbeit gehen" gegründet wurde, habe vielen Bauernfamilien nach dem Krieg wieder Mut gegeben, wie der Kreisobmann und stellvertetende Bezirkspräsident Gerhard Ehrlich betonte. Er lobt alle, die in den 70 Jahren Verantwortung für den Berufsstand übernommen haben. Er ging weiter kurz auf die Mäuseplage, die zur Zeit auf vielen Feldern herrscht, ein.
Ehrlich und Kreisbäuerin Heidi Bauersachs dankten schließlich Hans Rebelein für den interessanten Vortrag.

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