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Bad Neustadt an der Saale

Graffiti-Schmierer werden erwischt - früher oder später!

Weil es sich um eine äußerst schmierige Angelegenheit handelt und zudem gar so selten in Verlautbarungen der Gesetzeshüter vorkommt, beginnen wir diesen Ber...
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Weil es sich um eine äußerst schmierige Angelegenheit handelt und zudem gar so selten in Verlautbarungen der Gesetzeshüter vorkommt, beginnen wir diesen Bericht zu einem Vergehen mit dem "Fazit für die kriminelle Jugendszene", wie die Polizeiinspektion Bad Neustadt den folgenden Merksatz für alle Heranwachsenden überschreibt: "Ihr könnt noch so schlau sein, aber die Polizei findet doch alles heraus, auch wenn es ein bisschen dauert!", schreiben die Bad Neustädter Ordnungshüter am Ende ihres Presseberichtes vom Donnerstag.


Auf und davon

Was war geschehen? Am 10. Juli 2015 gegen 17.30 Uhr hatte ein Zeuge in der Franz-Marschall-Straße drei Jugendliche beobachtet, wie sie die Wand der Turnhalle des Rhön-Gymnasiums und die Hochwasserschutzwand mit Graffiti besprühten. Als der Mann die Burschen ansprach, rannten sie davon. Die Polizei fahndete zunächst ergebnislos. Am Ort des Geschehens wurden ein Handball mit dem Aufdruck einer Schule und der Deckel einer Spraydose gefunden.


Sympathie und Antipathie

Die Fassaden waren mit diversen Schmierereien wie "FUCK COPS, LX, MOSH 36" sowie "187, ACAB und NES 616" verziert. Die Schriftzeichen bekunden Sympathie für die Rapper "LX und MOSH 36", zum anderen steht die Zahl "187" für den kalifornischen Polizeicode "Mord". "NES 616" ist eine Abkürzung für die Postleitzahl von Bad Neustadt, und "ACAB" soll eine Abkürzung für "ALL COPS ARE BASTARDS" sein. Bei diesen Graffiti handelt es sich laut Polizei "um eine szenetypische Jugendkriminalität".
Die Ermittlungen der Polizei gestalteten sich zunächst ziemlich zäh. Als erstes wurden die Lehrer einer Schule in Bad Neustadt sensibilisiert, da der Verdacht bestand, dass es sich bei den Tätern um Schüler dieser Schule handeln könnte. Dann hatte im August "Kommissar Zufall" Erfolg. Bei einem 16-jährigen Schüler wurde während einer Kontrolle Rauschgift gefunden, und bei den folgenden Recherchen wurde ein Zusammenhang mit der Graffiti-Schmiererei festgestellt.


Erst abgestritten

In akribischer Kleinarbeit ermittelte der Sachbearbeiter der Polizei Bad Neustadt drei der Tat verdächtige Schüler im Alter von 16 bis 17 Jahren. Diese bestritten zunächst - trotz großer Beweislast -, etwas mit den Graffiti-Schmierereien zu tun zu haben, wobei sich einer der Jugendlichen besonders abgebrüht zeigte. Letztendlich gaben sie die Taten zu.


1600 Euro Schaden

Die Schadenshöhe an der Turnhalle beträgt schätzungsweise 1000 Euro, der Schaden an der Hochwasserschutzwand etwa 600 Euro.
Die Leitung des Rhön-Gymnasiums und ein Beauftragter der Stadt Bad Neustadt haben Strafantrag gegen die Beschuldigten gestellt. Die müssen nun nicht nur mit einer Strafe rechnen, sondern auch den Sachschaden begleichen. red/pol


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