LKR Haßberge
Infrastruktur 

"Grabenkämpfe" am Straßenrand

Weil Sträucher und Bäume ein Risiko im Straßenverkehr darstellen können, werden sie regelmäßig gestutzt. Ein Kahlschlag tut aber nicht not: Das Straßenbauamt stimmt sich längst mit der Unteren Naturschutzbehörde ab.
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Edgar Wagenhäuser (vorne) von der Straßenmeisterei Zeil (eine Außenstelle des Staatlichen Bauamts Schweinfurt) kümmert sich dieser Tage mit seinem Trupp um die Gehölzpflege im Bereich der Flutbrücke in Haßfurt, deren Sanierung ansteht. Im Januar und Februar stehen weitere Pflegemaßnahmen an. Die Arbeiter sorgen für mehr Sicherheit und nehmen Rücksicht auf ökologische Belange. Foto: Andreas Lösch
Edgar Wagenhäuser (vorne) von der Straßenmeisterei Zeil (eine Außenstelle des Staatlichen Bauamts Schweinfurt) kümmert sich dieser Tage mit seinem Trupp um die Gehölzpflege im Bereich der Flutbrücke in Haßfurt, deren Sanierung ansteht. Im Januar und Februar stehen weitere Pflegemaßnahmen an. Die Arbeiter sorgen für mehr Sicherheit und nehmen Rücksicht auf ökologische Belange. Foto: Andreas Lösch
Andreas Lösch

Winter, genau die richtige Zeit, um der innehaltenden Vegetation auf die Pelle zu rücken: Das Straßenbauamt Schweinfurt, zuständig für den Kreis Haßberge, hat angekündigt, in den kommenden Wochen einige Pflegearbeiten am Straßenrand erledigen zu wollen. Dies soll in erster Linie der Verkehrssicherheit dienen, doch zumindest während der Maßnahmen ist für Autofahrer erhöhte Vorsicht geboten. Die Behörde weist darauf hin, dass es in einigen Bereichen im Landkreis Haßberge wegen der Pflegearbeiten zu Verkehrsbehinderungen kommen kann.


Bessere Sicht und Verjüngung

Größere Einsätze sind für Januar und Februar geplant: Auf der Staatsstraße 2427 (Autobahnzubringer Knetzgau) und auf der Bundesstraße 303 (Anschlussstelle Schonungen in Richtung Hofheim) werden in diesen Monaten Gehölzbestände am Straßenrand zurückgeschnitten und gestutzt. Wann genau die Arbeiten stattfinden, vermag das Bauamt nicht zu sagen: "Je nach Witterungslage" würden die Trupps kurzfristig für diese Arbeiten eingeteilt, wenn nicht der vorrangige Winter- und Streudienst ansteht, hat Holger Bothe, Leiter des staatlichen Bauamts, erklärt.
Es gehe darum, eine bessere Sicht auf die Straßen für die Verkehrsteilnehmer zu bewirken, wenn im Frühjahr die Vegetation wieder in die Gänge kommt. Außerdem gebe es einige Bäume, die mittlerweile so gediehen sind, dass etwa Äste für Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellen könnten.
Ein kompletter Kahlschlag wird es aber nicht, erklärt Bothe, die Maßnahmen seien mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Entlang der oben aufgeführten Strecken werden die Gehölzflächen nur in 100-Meter-Abschnitten abwechselnd "auf den Stock gesetzt" (Rückschnitt bis auf den Wurzelstock), wie das Bauamt erklärt. Sprich: 100 Meter werden gepflegt, 100 Meter werden naturbelassen und so fort.
Die nicht gepflegten Abschnitte würden erst in drei bis vier Jahren zurückgeschnitten. So biete man den am Straßenrand lebenden Tierarten "eine Rückzugsmöglichkeit", teilt das Bauamt mit.
Nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt in Haßfurt sind die Pflegearbeiten sinnvoll, vorrangig wegen der erhöhten Verkehrssicherheit im Frühjahr, aber auch aus ökologischer Sicht: Es führt zu einer "Verjüngung des Bestandes" und es gibt keine "großflächigen Kahlschläge, man lässt etwas stehen", sagt Winfried Seufert vom Landratsamt. Denn auch wenn ein Straßenrand von seiner ökologischen Wertigkeit nicht so wertvoll wie ein Biotop erscheint: Auch hier befindet sich laut Naturschutzbehörde ein bemerkenswerter Lebensraum für zahlreiche Tiere, insbesondere Insekten. Deswegen sei ein - früher teils üblicher - großflächiger Kahlschlag abzulehnen, sofern er nicht aus Sicherheitsgründen nötig ist.

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