Hemhofen

Glaskunst und Kunst im Glas

Bei den Ateliertagen in Hemhofen gibt es Bilder, Skulpturen, Ketten, Witze in Einweckgläsern und vieles mehr zu sehen. Das Ehepaar Koch und Sabine Nein stellen ihre Häuser und ihre Gärten zur Verfügung.
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Gerd Sendelbach packt Witze in Einweckgläser. Fotos: Johanna Blum
Gerd Sendelbach packt Witze in Einweckgläser. Fotos: Johanna Blum
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Sieben Künstler zeigen am Wochenende bei den Ateliertagen in Hemhofen ihre Werke. Organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung, die bereits zum neunten Mal stattfindet, von den Künstlern Sabine Nein sowie Gerti und Erwin Koch, jeweils in ihren Ateliers im Reihendorfer Weg 12 und in der Kutschergasse 7a.
Gastgeberin Gerti Koch (Malerei) hat früher gerne Skulpturen kreiert und geformt. Zu malen hat sie erst im Jahr 2000 - mit Beginn des Ruhestandes - angefangen. "Vorher fertigte ich Keramiken in meiner eigenen Werkstatt, nebenbei schloss ich eine Bildhauerausbildung ab. Bildhauerei wird mit zunehmendem Alter etwas anstrengend. Das überlasse ich jetzt lieber meinem Mann", erklärt sie.
Trotzdem zeigt sie stolz die kleinen Bronzefiguren, die auch in ihrem Ausstellungsraum neben den vielen Bildern an den Wänden zum Betrachten und Verweilen einladen. Schon als Kind war sie kunstinteressiert und ist es bis heute geblieben. "Wenn man glücklich ist bei dem, was man macht, hält das jung", betont sie.
Ihr Ehemann Erwin Koch (Skulpturen) wollte nach der Schule eigentlich Design studieren. Luigi Colani, der große Designer, hatte es ihm angetan. "Dann bin ich doch beim Vater Staat in München gelandet. Von dort habe ich dann 1987 meine Frau Gerti mitgebracht", lächelt er zufrieden. Erst später fand er zur Kunst zurück. Seine Lieblingsmaterialien sind Stein, Holz, Metall und Glas. "Meine Werkstücke sind meine Kinder", verrät er ganz stolz.
Gäste im Koch'schen Anwesen sind Ruth Haberl (Schmuck) und Gerd Sendelbach (Satire in Glas).
Ruth Haberl kommt aus Bamberg. Sie zeigt wunderbare, selbst kreierte Ketten. Jedes ihrer Unikate ist ein Blickfang, kreativ und individuell zusammengestellt. "Meine Ketten bestehen aus hochwertigen Materialien, zum Beispiel aus Lavastein, Korallen, Halbedelsteinen, Naturprodukten oder Süßwasserperlen, aufgereiht auf stabilem Edelstahldraht", betont sie. Blickpunkte sind auch verschiedenste Elemente aus 925er Silber oder Silber, vergoldet. Die Verschlüsse - ebenfalls Silber - sind handgearbeitet.


Tiefschwarzer Humor

Gerd Sendelbach lebt und arbeitet im bayerisch-hessischen Randgebiet. Seine skurrilen Machenschaften, mal unverbindlich heiter, oftmals jedoch mit bitterbösem, tiefschwarzem Humor getränkt, präsentiert er pflegeleicht im Einweckglas. Witze, Cartoons, Spontisprüche, Karikaturen und mehr dienen als Ideenlieferanten. Im Jahr 1995 startete er ins Künstlerleben und kann seitdem schon auf viele Ausstellungen, zum Beispiel in München, Frankfurt, Hannover, Hamburg und Aschaffenburg, zurückblicken.
Nicht weit entfernt von den Kochs liegt das Haus der Familie Nein.
Sabine Nein (Glaskunst), die zweite Gastgeberin der Ateliertage, hat ihren Garten wieder mit vielen gläsernen Kunstwerken geschmückt. "Für mich ist wichtig, das Glas als Kunstmaterial in unserer Gegend - einer Glas-Diaspora - zu präsentieren." Seit über 30 Jahren kombiniert sie verschiedene Materialien wie Holz und Glas. "Das gibt eine gewisse Spannung, aber mein Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Glas, es ist die Seele eines jeden Objektes." Ihr letztes Werk - "das ist immer mein Lieblingsprojekt" - hat das Thema "Heimatverlust". Sabine Nein lebt und arbeitet in Hemhofen, erhielt schon viele Kunstpreise, darunter den Preis der Danner-Stiftung und mehrere Nominierungen beim Weru Glaskunstpreis.


Unsichtbares wird sichtbar

Friedel Neupauer (Skulpturen) gehört zu den Gastkünstlern von Sabine Nein, und ihre Keramikarbeiten konnte man schon auf vielen Ausstellungen bewundern. "Ton wird lebendig in der Skulptur. Der Betrachter erkennt auf seine Weise. Innere Bilder werden lebendig, Unsichtbares wird sichtbar", sind die Leitsätze der Röttenbacher Künstlerin.
Auch Perry Albrecht (Metalldesign), wohnhaft im Hersbrucker Raum, stellt seine Kunstwerke bei Sabine Nein aus. Er hat eine Werkstatt für Metalldesign und fertigt mit Vorliebe Gartendekorationen.

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