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Oberschwappach

Glanzpunkte der Romantik im Schloss

Christiane Reuther Die Jubiläumsreihe zum 25-jährigen Bestehen der Oberschwappacher Schlosskonzerte startete mit drei ausverkauften Konzerten im Spiegelsaal...
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Einen besonderen Musikgenuss bot das "quartet in residence" mit Raúl Teo Arias, Andreas Lucke, Branko Kabadaic und Karlheinz Busch (von links) mit Gastspielerin Felicitas Vortisch zum Auftakt der Jubiläumsreihe "25 Jahre Schlosskonzerte Oberschwappach".  Foto: Christiane Reuther
Einen besonderen Musikgenuss bot das "quartet in residence" mit Raúl Teo Arias, Andreas Lucke, Branko Kabadaic und Karlheinz Busch (von links) mit Gastspielerin Felicitas Vortisch zum Auftakt der Jubiläumsreihe "25 Jahre Schlosskonzerte Oberschwappach". Foto: Christiane Reuther
Christiane Reuther

Die Jubiläumsreihe zum 25-jährigen Bestehen der Oberschwappacher Schlosskonzerte startete mit drei ausverkauften Konzerten im Spiegelsaal. Als "quartet in residence" agiert seit 1992 das renommierte Bamberger Streichquartett. 14 CDs bezeugen den Ruf dieses Eliteensembles der Bamberger Symphoniker.
Unter dem Motto "Glanzpunkte der Romantik" erklang zunächst die Streichersinfonie II D-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Rasante feurige Ecksätze und ein ruhig fließendes Andante, ganz im Geist von Bach, wurden brillant in Oberschwappach dargeboten.
Quasi als Testament schrieb Johannes Brahms 1891 als eines seiner letzten Werke das Klarinettenquintett h-Moll op. 115. In vier Sätzen breitet Brahms sein klangsinnliches Opus aus, dessen besonderen Reiz das Adagio darstellt. Der Schalmei eines Hirten in der Puszta nachempfunden, klingt diese Musik ruhig und seelenvoll, von einem ungarisch gefärbten, schnelleren Mittelteil unterbrochen. Mit Sigrun Felicitas Vortisch konnte eine Klarinettistin gefunden werden, die mit blühendem Ton und technisch versiert dieses anspruchsvolle Werk meisterte.
Zum Höhepunkt des Konzerts geriet das d-Moll-Quartett D 810 von Franz Schubert. Im langsamen Satz verwendete Schubert sein Lied von 1817, "Der Tod und das Mädchen", nach einem Text von Matthias Claudius. In fünf Variationen wird das ruhige Thema gesteigert bis hin zu einem dramatischen Höhepunkt, um es mit einem sanften himmlischen Epilog im Pianissimo ausklingen zu lassen. Die polare Spannung Leben-Tod, in dem der Tod als Verführer auftritt, gehört zu den bedeutendsten Werken in der Quartettliteratur.
Das Bamberger Streichquartett mit Raúl Teo Arias, Andreas Lucke, Branko Kabadaic und Karlheinz Busch spielte in Hochform. Schöner und besser kann man dieses Werk nicht musizieren. Stehender Applaus war der Dank für ein Konzert der Extraklasse.
Die Musikliebhaber dürfen sich schon jetzt auf die Neujahrskonzerte am 7. und 8. Januar 2017 freuen. Karten dafür gibt es bei Julian Roth, Telefon 09529/950562 (Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 9 Uhr) sowie Mail: roth-julian@web.de.