Rödental
Reaktion 

Gesinnung passte nicht zur Awo

Weil sie sich im Internet offensiv zum rechtsextremen politischen Lager bekennt, wurde einer Hilfspflegerin im Awo-Heim Rödental während der Probezeit gekündigt. Bei der Einstellung waren die Aktivitäten der Frau nicht bekannt.
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Ein Facebook-Post zeigt Angela S. mit Fahne. Der Name wurde von der Redaktion teilweise gelöscht. Foto: CT-Redaktion
Ein Facebook-Post zeigt Angela S. mit Fahne. Der Name wurde von der Redaktion teilweise gelöscht. Foto: CT-Redaktion
Als geschäftsführender Vorsitzender des Bezirksverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) stellt Randolf Spang klar: "Hätten wir bei der Bewerbung von der politischen Einstellung der früheren Mitarbeiterin gewusst, dann hätten wir sie nicht eingestellt." Gemeint ist Angela S., die als Hilfspflegerin im Seniorenheim der Awo zum 1. Oktober ihre Tätigkeit begonnen hat. Weil sie sich äußerst offensiv zu extrem rechtem politischem Gedankengut bekennt, wurde ihr in der Probezeit gekündigt.
"Wir sind als Verband gegen jede Form von Ausgrenzung und Rechtsextremismus", erklärt Randolf Spang. Er erinnert daran, dass die Arbeiterwohlfahrt in der Zeit des Dritten Reiches verboten war. Da passe eine Mitarbeiterin schlicht nicht ins Team, die auf unterschiedlichen Kanälen der digitalen Medien aus ihrem Hang zum rechtsextremen Lager alles andere als einen Hehl macht. Strahlend und Fahnenschwenkend präsentiert sie sich in Facebook und auf Youtube, ruft zur Teilnahme an Demos und Kundgebungen im rechten Spektrum auf. Für die Awo Grund genug, das Arbeitsverhältnis während der Probezeit wieder zu beenden.


Guten Eindruck gemacht

Beim Vorstellungsgespräch war die politische Gesinnung der Bewerberin nicht bekannt. "Sie hat auf mich einen guten Eindruck gemacht", sagt Margit Welscher, die Leiterin des Awo-Seniorenzentrums. Dann wurde der Verband auf die Internet-Auftritte der Mitarbeiterin aufmerksam gemacht. "Wir haben daraufhin mit der gebotenen Schnelligkeit und Sorgfalt reagiert", ist Randolf Spang überzeugt. Die Reaktionen auf das Vorgehen der Awo seien überwiegend positiv, sagt Spang. Das bestätigt Margit Welscher, wenngleich sie auch von Reaktionen berichtet, in denen Kritik an der Entlassung geübt wird. Um das Arbeitsverhältnis während der Probezeit zu beenden, muss allerdings keiner der Vertragspartner einen Grund nennen.
Dass auch sie zur Kündigung in der Probezeit steht, daran lässt Margit Welscher ebenfalls keinen Zweifel. Wenngleich sie sagt: "Wir wären ja auch noch offen für ein Gespräch gewesen, wenn die Mitarbeiterin hätte darlegen können, dass es um Dinge aus der Vergangenheit geht, mit denen sie abgeschlossen hat."
Dass dem nicht so ist, zeigt allerdings ein Blick ins soziale Netzwerk und auf Youtube. Dort bleibt es bei aktuellen und einschlägigen Posts, die deutlich machen, dass Angela S. an ihrer politischen Ausrichtung konsequent festhält. Zu ihrem kurzfristig wieder beendeten Arbeitsverhältnis in Rödental nimmt Angela S. auf ihrer Facebook-Seite nicht Stellung.

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