Laden...
Forchheim

Geschäftsfrau akzeptiert Strafbefehl

Die 31-jährige Geschäftsführerin eines Sicherheitsdienstes mietete im Jahr 2013 Gewerberäume in Forchheim an. Vereinbart war eine Kündigungsfrist von sechs ...
Artikel drucken Artikel einbetten
Die 31-jährige Geschäftsführerin eines Sicherheitsdienstes mietete im Jahr 2013 Gewerberäume in Forchheim an. Vereinbart war eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Ein halbes Jahr später kündigte sie bereits, zahlte aber nur für noch drei Monate die Miete. Der Vermieter verklagte sie auf Zahlung der weiteren drei Monate.
Um dem zu entgehen, legte sie dem Zivilrichter eine Ausfertigung des Mietvertrags vor, in der eine dreimonatige Kündigung festgelegt war. Die Echtheit dieser Version wurde bezweifelt und zur Prüfung ans Landeskriminalamt geschickt. Der Zivilprozess wurde ausgesetzt, die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren ein und sandte der Frau einen Strafbefehl wegen Urkundenfälschung über 90 Tagessätze zu 40 Euro zu.
Dagegen legte sie Einspruch ein. "Ich habe diesen Vertrag nicht gefälscht", war denn auch ihr erster Satz vor Strafrichterin Silke Schneider. Sie hielt dagegen, dass das Gutachten des Landeskriminalamts "sehr eindeutig" sei. Denn das beim Vermieter verbliebene Vertragsexemplar war mit einem Laserdrucker, das angeblich der Mieterin ausgehändigte mit einem Tintenstrahldrucker hergestellt worden. Eine komplizierte Geschichte, wer wann welchen Vertragstext hergestellt und unterschrieben haben soll, folgte seitens der Angeklagten.


Unterschrift nur gedruckt

Nur, die Geschichte passte mit dem Geschehensablauf, wie er im Zivilprozess erörtert und festgehalten wurde, auch nicht zusammen. Besonders irritierend fand die Richterin, dass auf dem Mieterexemplar die Vermieterunterschrift nur gedruckt vorhanden war, während das andere Exemplar mit Kugelschreiber unterzeichnet worden war.
Alle Versuche des Verteidigers Maximilian Glabasnia, mögliche Varianten des Ablaufs und der Herstellung durchzuspielen, überzeugten die Richterin und Staatsanwalt Christian Schorr nicht. Er erinnerte die Frau daran, dass sie mit dem Strafbefehl besser fahre, da sie bei 90 Tagen als nicht vorbestraft gelte. Ein strafmilderndes Geständnis sei bei einem Strafbefehl "eingerechnet". Bei einem Urteil führe sie schlechter als nicht geständige Angeklagte. Ein makelloses Führungszeugnis aber ist in der Sicherheitsbranche das A und O.
Der Verteidiger bat um eine Sitzungsunterbrechung. Annähernd ein halbe Stunde besprach er sich mit seiner Mandantin und erklärte dann: "Der Einspruch wird auf die Rechtsfolgen beschränkt." Gleichzeitig erkannte er für die Angeklagte die Forderung aus dem Zivilprozess - rund 3000 Euro - an.
"Die Erklärung war eine gewisse Form der Schadenswiedergutmachung", bewertete der Staatsanwalt die Aktion und beantragte nur noch 60 Tagessätze. Ebenso der Verteidiger. Und die Amtsrichterin folgte ihnen.