Lichtenfels

Gesangliche Erinnerung an einen, der in Lichtenfels nicht vergessen wird

Lichtenfels — Mit einem gut besuchten Konzert des Awo-Chores in der ehemaligen Synagoge wollte dessen Leiter Peter Dietz an den Musiker, Pädagogen und Chorleiter Heinz Müller-Beck ...
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Der Awo-Chor unter der Leitung von Peter Dietz erinnerte mit einem Konzert in der ehemaligen Synagoge an den Musiker, Pädagogen und Chorleiter Heinz Müller-Beck. Foto: Alfred Thieret
Der Awo-Chor unter der Leitung von Peter Dietz erinnerte mit einem Konzert in der ehemaligen Synagoge an den Musiker, Pädagogen und Chorleiter Heinz Müller-Beck. Foto: Alfred Thieret
Lichtenfels — Mit einem gut besuchten Konzert des Awo-Chores in der ehemaligen Synagoge wollte dessen Leiter Peter Dietz an den Musiker, Pädagogen und Chorleiter Heinz Müller-Beck erinnern. Der hatte durch sein vielfältiges Wirken das kulturelle Leben in Lichtenfels mitgeprägt und bereichert.
Der Chor begann seine abwechslungsreiche Darbietung mit der ergreifenden Motette "Locus iste a Deo factus est" (Dieser Ort ist von Gott geschaffen) für vierstimmigen gemischten Chor a cappella von Anton Bruckner. Nicht ohne Überlegung hatte Peter Dietz die Veranstaltung als "Gesprächskonzert" betitelt, ging er doch immer wieder auf Begebenheiten und Erfahrungen mit dem einstigen Musiklehrer des Meranier-Gymnasiums (früher Oberrealschule) ein. So stellte er zwei Eigenschaften heraus, die Müller-Beck mit dem österreichischen Komponisten des ersten Stückes gemeinsam hatte. Als äußeres Markenzeichen sei dies der von Müller-Beck bevorzugt getragene Kleppermantel gewesen, der dem Lodenmantel bei Bruckner entsprach, während die Seelenverwandtschaft durch die schwierigen Umstände in der Anfangszeit zum Ausdruck kam. Auch Peter Dietz stellte scherzhaft eine Gemeinsamkeit mit Müller-Beck heraus: "Wir haben 1952 gemeinsam angefangen: Er als Lehrer, ich als Schüler."
Sehr harmonisch trug dann der aus 14 Frauen und acht Männern bestehende Chor mit dem vertonten Gedicht von Matthias Claudius "Der Mond ist aufgegangen", dem dreistimmigen Kanon "Abendstille überall" und dem fröhlich gesungenen sinnreichen Lied "Die Gedanken sind frei" drei bekannte Volksweisen vor. Mit dem Madrigal "Musica, dein ganz lieblich Kunst" von Johannes Jeep (1582-1644) stimmte der gemischte Chor einen Lobgesang auf Frau Musica an, die das Herz erfrischt und Unmut vertreibt.
Zwischendurch brachte Gerhard Dietz, der ältere Bruder des Chorleiters, ein Jazzstück zu Gehör. Damit wollte er auf seine Erfahrungen mit Heinz Müller-Beck aufmerksam machen. Angeregt durch amerikanischen Bigband-Jazz befasste sich Gerhard Dietz frühzeitig mit Jazzmusik und regte deshalb bei dem Musiklehrer die Gründung einer Jazzgruppe an der Schule an, der Heinz Müller-Beck nach anfänglichem Zögern zustimmte, obwohl diese Musikrichtung sicher nicht seinem Musikgeschmack entsprach. Wie Tochter Elisabeth Müller-Beck berichtete, sei sie damals auf die Jazzgruppe nicht gut zu sprechen gewesen. Ihr Vater habe sich nämlich damals in den Abend- und Nachtstunden auf die neue Herausforderung vorbereitet, was ihr unter den beengten damaligen Wohnverhältnissen - ein Multifunktionszimmer als Wohnzimmer, eheliches Schlafzimmer und Arbeitszimmer sowie Küche mit Nachtquartier für die Tochter - viele Stunden Schlaf geraubt habe.
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