Bad Staffelstein

Genuss mit Wandern kombiniert

Bauernbackstuben und Roggenbrot erkundete eine kleine Gruppe Touristen und "Neu-Bad-Staffelsteiner".
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Ein Ort des Verschnaufens und Geschichtenerzählens: Hildegard Wächter (Zweite von rechts) und Mitwanderer oberhalb der "Querkeleshöhle" auf dem Staffelberg. Foto: Markus Häggberg
Ein Ort des Verschnaufens und Geschichtenerzählens: Hildegard Wächter (Zweite von rechts) und Mitwanderer oberhalb der "Querkeleshöhle" auf dem Staffelberg. Foto: Markus Häggberg
Als der Tross schweigend durch den waldigen Hohlweg geht, hat er es fast vollbracht. Noch wenige Dutzend Höhenmeter bis zum Plateau des Staffelbergs, bis zum Panoramablick. Irgendwer meint: "Den Genuss kann man streichen - das ist ja echt ne hammerharte Wanderung." Aber er sagt es halb im Spaß, denn einigen Genuss hat er schon hinter sich und einiger liegt noch voraus.


Lehrer und Lehrling in einem

13 Kilometer Strecke, vom Kur- und Tourismus-Service als "Genusswanderung" ausgewiesen, stand am Donnerstag 22 Teilnehmern bevor. Einer der interessantesten dabei ist der Bremerhavener Werner Sill. Der Mann ist zur Ruhe gesetzter Lehrer für Steuerrecht und - Lehrling. Jenseits der 60 will er sich einer neuen Aufgabe stellen, die darin besteht, gemeinsam mit Mitstreitern als "freiwilliger Müller" Mühlen seiner Heimat instandzuhalten und zu betreiben. Getreidekunde inklusive.


In der Fuchsenmühle

Da kommt ihm gerade recht, wohin Wanderführerin Hildegard Wächter ihre Genussstrecke plant: Auf das Plateau über der Fuchsenmühle in Horsdorf und die Bauernbackstube in Stublang. Gerade in der Fuchsenmühle, die durch Hildegard Wächters Vorplanung für die Wanderer geöffnet ist und einen Mix aus Gaststube, Biergarten und musealer Mühle darstellt, besieht sich Sill genau das Mahlwerk. Aber auch der Rest der Gruppe steigt durch das Haus und nimmt in Augenschein.
So wie später in der Stublanger Backstube von Karin Schorn, Backofen und Roggenbrot erkundend. Hildegard Wächter geht zumeist voraus, lässt sich für Gespräche zurückfallen, sucht den Plausch mit den Wanderern und führt das Feld bald darauf wieder an. Die pensionierte Lehrerin kommt ursprünglich aus dem Sauerland und lebt seit knapp vier Jahren am Obermain.


Eine "Genussbotschafterin"

Zeit, die sie dazu nutzte, sich über Land, Leute und anzubietende Touren firm zu machen. Mittlerweile ist sie sogar "Genussbotschafterin". So geriet ihr auch der kleine Stublanger Backbetrieb in den Blick. Noch ein Mühlrad dreht sich dort und auf dem Weg dahin passiert der Tross Rinnsale und Bäche und den Geburtsort der Lauter, der in einem rechten Winkel aus den zusammenfließenden Bächen Döritz und Döberten besteht. So bewusst nah kommt die geführte Gruppe selten dem Fluss, der sich auf den Weg nach Bad Staffelstein macht und dort ortsbildprägend ist.
Anita Meyer sieht sich nach Pflanzen um und weiß einige mit ihren botanischen Namen zu benennen. Ihr gefällt die Natur am Obermain, auch sie nutzte in den vergangenen Tagen schon ein Wanderangebot der Stadt. Und auch sie, wie so viele in der Reisegruppe, ist keine ursprünglich hiesige Wanderin. Als Neu-Bad-Staffelsteinerin, so sagt sie, möchte sie die Umgebung kennenlernen.


"Fränkischer Gyros"

So wie die ursprünglich aus dem Taunus stammende Inge Dierks. Einmal pro Woche mache sie bei Wanderungen mit, "um in Gespräche mit immer neuen Teilnehmern zu kommen und sich auszutauschen". Als sie in der Klause auf dem Staffelberg sitzt und etwas isst, das ihr Begleiter ob der Nachbarschaft aus weißem Käse und Bratwürsten auf demselben Teller spaßeshalber "fränkischen Gyros" nennt, weist sie auf ein Ehepaar aus Hessen hin, welches sich zudem unter den 22 befindet. An die sechs Stunden sollten die Wanderer unterwegs sein. Die Mühen des Unterfangens sind kaum merklich, die Ablenkungen und Gespräche entlang der 13 Kilometer gut genug.

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