Kulmbach
Finanzen 

Gemeinden können aufatmen

Kämmerer Rainer Dippold legt dem Kreisausschuss den Haushaltsentwurf für den Landkreis Kulmbach vor. Geplant ist eine Senkung der Kreisumlage um 0,8 auf 44,4 Prozent. Dadurch erhalten die Kommunen mehr Spielraum.
Artikel drucken Artikel einbetten
Viele Aufgaben, wenig Geld: Der Kreiskämmerer muss den Spagat zwischen Sparkurs und nötigen Investitionen meistern. Symbolfoto: Archiv/dpa
Viele Aufgaben, wenig Geld: Der Kreiskämmerer muss den Spagat zwischen Sparkurs und nötigen Investitionen meistern. Symbolfoto: Archiv/dpa
+1 Bild
Dagmar Besand

Der Haushalt des Landkreises Kulmbach ist ein in mehrfacher Hinsicht bemerkenswertes Zahlenwerk. Erstmals übersteigt das Gesamtvolumen die 80-Millionen-Euro-Grenze.
Dabei ist der Entwurf des Kreiskämmerers an einem strengen Konsolidierungskurs ausgerichtet - Voraussetzung dafür, dass der Landkreis auch weiterhin in den Genuss der dringend benötigten Stabilisierungshilfen des Freistaats kommt.


Investitionen sind nötig

Ohne die Notwendigkeit zum sparsamen Wirtschaften aus den Augen zu verlieren, sieht der Haushaltsentwurf auch finanziellen Gestaltungsspielraum vor: Der Landkreis muss investieren können und wird dies wie in den vorangegangenen Jahren auch tun - vor allem in die Schulen, aber auch in andere Liegenschaften und das Straßennetz sowie in die Mitarbeiter.
Auch auf die Möglichkeit, Vereine, Initiativen und Gemeinden mit freiwilligen Leistungen zu unterstützen, möchte der Landkreis 2017 nicht verzichten. "Wir brauchen einen gewissen Gestaltungsspielraum, und den ermöglicht uns dieser Haushalt auch", so Landrat Klaus Peter Söllner (FW).


Steuerkraft ist leicht gestiegen

Zu diesem Spielraum gehört die Kreisumlage. Das ist der Beitrag, den der Landkreis von seinen Kommunen zur Finanzierung seiner überörtlichen Aufgaben erhebt. Nach einer Senkung um ein Prozent im vergangenen Jahr will der Landkreis seine Städte, Märkte und Gemeinden heuer noch einmal um 0,8 Prozent entlasten. Das ist wichtig für die Kommunen, denn auch sie haben Aufgaben und Wünsche, die sie mit leeren Kassen nicht erfüllen können.
Erfreulich sei der leichte Anstieg der Steuerkraft und der Umlagekraft je Einwohner im Landkreis, führte Rainer Dippold aus. Ein Vergleich mit den gesamtbayerischen Zahlen zeige jedoch, dass Kulmbach der landesweiten Entwicklung spürbar hinterherhinkt. Über eine deutliche Entlastung kann sich der Kämmerer bei den Ausgaben für Hartz IV-Leistungen freuen. "Dieser Effekt wird aber teilweise wieder durch andere Kosten im Sozialhilfebereich aufgefressen", bedauert Dippold. Kostensteigerungen sind vor allem im Bereich der Jugendhilfe zu erwarten.


Ohne Kredite geht es nicht

Insgesamt sieht der Haushaltsentwurf im Vermögenshaushalt ein Investitionsvolumen von 5,9 Millionen Euro vor, das sind rund 700 000 Euro mehr als im Vorjahr.
Ganz ohne neue Kredite kommt der Landkreis 2017 nicht aus: Geplant sind 2,8 Millionen Euro, rund eine halbe Million mehr als im Vorjahr.
Trotzdem werden auch Schulden abgebaut. Dank der Stabilisierungshilfe in Höhe von 1,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr kann ein Darlehen in Höhe von 1,36 Millionen Euro, dessen Zinsbindung jetzt ausläuft, zurückgezahlt werden.


Niedrigste Schulden seit 2001

Damit ist der Schuldenstand des Landkreises auf 20,95 Millionen Euro gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit 2001 mit damals rund 21,7 Millionen Euro. Den höchsten Schuldenstand hatte der Landkreis in den Jahren 2005 bis 2007 mit jeweils rund 29,5 Millionen Euro.
Dass Schulden abgebaut werden konnten, sei vor allem den Stabilisierungshilfen des Freistaates zu verdanken: "Mehr als fünf Millionen Euro haben wir da bisher insgesamt bekommen. Das ist schon eine große Hilfe für uns", so der Kämmerer.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren