Wildflecken

Gemeinde will nochmals Flagge gegen den Nationalpark zeigen

"Ein möglicher Nationalpark Rhön ist das Topthema derzeit schlechthin", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz. Er informierte darüber, dass in den kommenden Wo...
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"Ein möglicher Nationalpark Rhön ist das Topthema derzeit schlechthin", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz. Er informierte darüber, dass in den kommenden Wochen Arbeitsgruppen zu ganz unterschiedlichen Themen gebildet werden. Zum Beispiel zu den Aspekten "Tourismus, Freizeit, Infrastruktur", "Forst- und Landwirtschaft", "Jagdnutzungsrechte", "Lebensraum, Umweltbildung, Biodiversität" oder auch "Arbeitsplätze, Handwerk, Gastronomie". Der Wildfleckener Marktgemeinderat hatte sich in einem Grundsatzbeschluss mehrheitlich gegen einen Nationalpark Rhön ausgesprochen. "Daher stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, dass wir uns an den Arbeitsgruppen beteiligen", so Kleinhenz. Dritter Bürgermeister Herbert Nowak (OWII) bezeichnete eine Teilnahme an den Arbeitsgruppen als zweischneidiges Schwert. Denn an der Spitze der einzelnen Arbeitsgruppen stünden hauptsächlich Befürworter eines Nationalparks. "Daraus ergibt sich möglicherweise ein falsches Stimmungsbild", sagte Nowak. Für zweiten Bürgermeister Wolfgang Illek (PWG) steht fest: "Ich bin dagegen, dass wir uns in den Arbeitsgruppen einbringen. Ein Nationalpark steht im krassen Widerspruch zum Biosphärenreservat. Und es gibt einen klaren Beschluss des Marktgemeinderates."
Kleinhenz erläuterte kurz die Grundzüge des Biosphärenreservats, das ganz bewusst in der Kulturlandschaft Rhön installiert worden war, nach jahrhundertelanger Nutzung durch den Menschen. Das Biosphärenreservat wolle einen Einklang herstellen von nachhaltiger Entwicklung, Naturschutz und menschlicher Nutzung. Wenn aber nun der Mensch ganz gezielt aus bestimmten Gebieten ausgeschlossen werde, dann könne das mit den Zielen des Biosphärenreservats nicht in Übereinstimmung gebracht werden. Die Nutzung von Wiesen und Wäldern sei eine tragende Säule der Rhön, so Kleinhenz.
Bei einer öffentlichen Sitzung am 11. Juli in der Schondratalhalle wollen die Wildfleckener erneut Flagge zeigen und zu ihrem Mehrheitsbeschluss stehen. "Wir wollen das Biosphärenreservat Rhön weiter entwickeln, aber wir wollen keinen Nationalpark", sagte Nowak. "Ich hoffe, dass wir möglichst schnell aus der ganzen Diskussion rauskommen. Dann können wir uns wieder mit den wirklich wichtigen Dingen beschäftigen. Nämlich mit der Weiterentwicklung der Region und nicht mit deren Stilllegung", so Nowak. "Dieses Hirngespinst aus München wollen wir hier nicht haben." Diskutiert wurde auch darüber, dass bei einem möglicherweise länderübergreifenden Nationalpark Wildflecken wieder in die Gebietskulisse rücken könnte, wenn der Lückenschluss nach Hessen oder Thüringen gesucht wird. Auch eine Umwandlung von Kernzonen des Biosphärenreservats könne man nicht ausschließen. bit
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