Bamberg
Asyl 

Gelungener Dialog

Eine Diskussionsveranstaltung am Rande des Protestcamps gegen die Are brachte die verschiedenen Gruppierungen zusammen.
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Im Rahmen des bundesweiten Protestcamps gegen Einrichtungen wie die Are (Ankunfts- und Rückführungseinrichtung) gab es am Samstag die Dialogveranstaltung "Welten begegnen sich. Gemeinsam für ein humanes Asylrecht" des Bamberger Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus am Zelt der Religionen auf dem Markusplatz.
Die vorwiegend linksgerichteten Demonstranten waren mit dem Protestcamp auf eine eher skeptische Stadtverwaltung, auf viele erfahrene Aktive in der Flüchtlings- und Asylarbeit, auf zahlreiche unterschiedlich stark integrierte Migranten und auf Befürchtungen in der Bevölkerung getroffen. In der Überzeugung, dass alle Seiten im Kern ähnliche Ziele haben und gemeinsam etwas erreichen können, brachte das Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus die unterschiedlichen Gruppierungen an einen Tisch - oder genauer: an vier Tische.


Polizei und gedeckte Tische

Der Markusplatz bot am Samstagmorgen ein kontroverses Bild: starke Polizeipräsenz außenherum, in der Mitte gedeckte Tische im idyllischen Schatten der Bäume. Viel weniger kontrovers war nach einer Pressemitteilung des Bündnisses die Diskussion: An allen Tischen war man sich in den wesentlichen Punkten einig. Es brauche mehr Kontakt, mehr Information, mehr Wertschätzung, mehr Bildungschancen, mehr Dolmetscher, mehr Vielfalt in allen Lebensbereichen, mehr Menschlichkeit.
Gekommen waren viele Menschen aus dem Bereich Integration/Ehrenamt (u. a. Bündnis gegen Rechts, Freund statt fremd, MIB, Interreligiöse Fraueninitiative, Kirche, Verbände), Politiker (Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner, Fraktionsvorsitzende, Stadträte), Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund, Protestler sowie interessierte Bamberger. Geplant waren regelmäßige Wechsel der Tische und damit der Gesprächspartner, doch schnell wurde klar: die Konstellationen und Diskussionen an den Tischen waren so spannend, dass keiner aufstehen wollte.
Intensiv wurden Erfahrungen ausgetauscht, Problematiken thematisiert und Kernfragen behandelt. Zum Beispiel: Gibt es so etwas wie sichere Herkunftsländer? Legitimiert die Sorge um die Zukunft seiner Kinder eine Migration? Warum sind so viele Menschen bereit, haarsträubenden Falschmeldungen zu glauben? Wie kann man mit den Ängsten der Leute umgehen? Was bringt uns die Zuwanderung?
Das Fazit der Veranstalter und Teilnehmer war durchweg positiv: "An den Tischen haben wir sehr konstruktive Gespräche erlebt und vor allem auch ein manchmal überraschtes Aufeinanderzugehen von jungen Protestcamp-Teilnehmern und Menschen, die sich in der Stadt engagieren, Verbänden, Kirchengemeinden, Stadtratsangehörigen und Bürgern. Das ist wirklich gut gelungen und wir glauben, wir brauchen mehr solche Orte", sagten unisono Martin Becher und Mirjam Elsel vom Bündnis gegen Rechts. red

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