Sonnefeld

Gelebte Freude am Gesang

Sonnefeld — Ebenso vielfältig wie die Vorschläge zur Namensfindung ist inzwischen das Repertoire des Jugendchors "The Young Voices". Im Saal des evangelischen Gemeindehauses eröffn...
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Mit großem Elan gehen die "Young Voices" - wie hier Anne Brückner und Viola Kessel - in ihre Auftritte. Foto: Klaus Oelzner
Mit großem Elan gehen die "Young Voices" - wie hier Anne Brückner und Viola Kessel - in ihre Auftritte. Foto: Klaus Oelzner
Sonnefeld — Ebenso vielfältig wie die Vorschläge zur Namensfindung ist inzwischen das Repertoire des Jugendchors "The Young Voices". Im Saal des evangelischen Gemeindehauses eröffnete der Chor mit "The Lion Sleeps Tonight" die Feier zum zehnjährigen Vereinsbestehen.
Nach Turbulenzen um die Sing- und Musikschule des Landkreises mit deren endgültiger Auflösung wagte der Wolfgang Fischer als Organisator einen außergewöhnlichen Schritt. Dabei geht die Geschichte des chores weiter zurück: Bereits im Oktober 1992 gab ein damals noch namenloser Schulchor in der Klosterkirche ein begeistert aufgenommenes Debüt. Ein Jahr später bewegten 41 musikbegeisterte junge Mitglieder den Kinderchor in die richte Richtung. Während eines Chorwochenendes im November 1994 reichten die Diskussionen um die Namensgebung von "Flotte Sohle" bis zu "Stimmakrobaten" und "Sonnefelder Singexpress" "Ab dem 11. Januar 1995 probten wir unter unserem neuen Namen", erinnerte Fischer. Damit ist die Chorarbeit der jungen Stimmen inzwischen doppelt so alt wie der 2004 ins Leben gerufene Förderverein, bei dem Ehrenbürger Horst Knauer den Vorsitz übernahm - darin erinnerte Altbürgermeister Rainer Marr bei der Feier.
"Ein Jugendchor ist immer etwas besonderes, weil eben nicht selbstverständlich", hielt Marr mit Blick auf etablierte Traditionsvereine wie Schützengesellschaft (460 Jahre), Liedertafel (170), Feuerwehren und Sportverein (150) fest. In der Zeit des Chorsterbens und einer vermeintlichen "Null-Bock-Generation" rage der Jugendchor als Vorbild heraus. Dies sei der Kommune, dem Sängerbund und der Sängergruppe eine Feierstunde wert. Jede Menge Lob bekam Chorleiter Wolfgang Fischer: "Er hat mit seinem Projekt den Nerv der jungen Leute getroffen", sagte Rainer Marr.
Obwohl der Gemeinderat nach der Gründungsversammlung einstimmig die Unterstützung der Neugründung absegnete, wurde finanzielle Hilfe aus der Gemeindekasse niemals in Anspruch genommen. Seit dem sind bemerkenswerte Auftritte der Sängerinnen über die Gemeindegrenzen hinaus in die Vereinsgeschichte eingegangen. "Mit einem engagierten Chorleiter an der Spitze, den große Motivationskunst und hoher musikalischer Anspruch auszeichnet", führte Marr aus.
"Musik gehört einfach dazu" unterstrich Bürgermeister Michael Keilich (CSU), als er die Impulse der Vereinsarbeit hervor hob. Obwohl ein "Zehnjähriges" in den Ehrungsstatuten der Gemeinde nicht berücksichtigt sei, überreichte Keilich ein Jubiläumspräsent.
Zusammen mit dem Vorsitzenden der Chorjugend im Fränkischen Sängerbund, Jochen Kästner), überreichte Sonnefelds Altbürgermeister Rainer Marr Urkunden an die Mitglieder der ersten Stunde. "Als Erinnerung, Dank und Ansporn zugleich" unterstrich Kästner.
Eindrucksvolle Einblicke ins Chorleben gestattete Wolfgang Fischer. Leistungsbereitschaft trotz schulischer und beruflicher Anforderungen, Zuverlässigkeit und abwechslungsreiche Choreografien zählten zu den ungeschriebenen Regeln. Zurzeit singen 12 Sopran- und Altstimmen im Alter zwischen 14 und 28 Jahren aus den Landkreisen Coburg und Kronach bei den "Young Voices". Auftritte hatte der Chor in der Klosterkirche und Schulturnhalle ebenso wie im Landestheater Coburg und bei einem Konzert zur 750-Jahr-Feier Sonnefelds in Anwesenheit von Günther Beckstein.

Immer fleißig proben

Die 161 Auftritte waren nicht selten mit schauspielerischen Fähigkeiten in selbst entworfener und geschneiderter Kostümierung verbunden. Mit großem Aufwand verwirklichten die "Young Voices" auch vier Cd-Aufnahmen mit Musicals, Weihnachtsgala und dem Sonnefelder Heimatlied in einer eigenen Fassung.
"Aus den Probestunden geht man besser heraus als hinein" führte Wolfgang Fischer als Ansporn zum weiteren regelmäßigen Engagement an die Aktiven gewandt aus. "Chorsingen ist eine anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung, bei der es nicht nur auf die Zahl der Aktiven an-kommt", sagte der Chorleiter. oe
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