Kulmbach
Abfallwirtschaft 

Gelber Sack bald in der Tonne?

Verpackungen aus Kunststoff werden im Landkreis Kulmbach einmal im Monat in Plastiksäcken gesammelt. Kronach dagegen setzt auf die Tonne.
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Eine Frau wirft Plastikmüll in eine gelbe Tonne. Foto: Archiv
Eine Frau wirft Plastikmüll in eine gelbe Tonne. Foto: Archiv
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Der Landkreis Kulmbach verteilt seit Anfang der neunziger Jahre gelbe Säcke, um darin Wertstoffe einzusammeln. Jeder Bürger kann dabei so viele Säcke befüllen und zur Abholung bereitstellen, wie er benötigt. Alle vier Wochen werden die Säcke abgeholt.
Wenn es regnet oder wenn der Wind weht, machen die Säcke manchmal Probleme. Sie reißen. Der Inhalt verteilt sich auf Straßen und Bürgersteige.Die Säcke sind deswegen etwas in Verruf geraten, vor allem auch deshalb, weil das Material allzu reißfreudig war. "Aber momentan ist die Qualität besser. Wir haben keine oder nur wenige Beschwerden", beschwichtigt Günter Söllner, Leiter des Bereichs Abfallwirtschaft am Landratsamt Kulmbach.


Bringsystem in Bayreuth

Tatsächlich ist die Abholung von Wertstoffen von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich geregelt. Kronach setzt seit vielen Jahren ebenfalls auf ein Abholsystem, allerdings stehen dort gelbe Tonnen an den Straßen. Bayreuth hatte bislang ein Bringsystem. Die Bürger mussten also ihren Kunststoffabfall selbst bei den Wertstoffhöfen abliefern.








Dies wird jetzt allerdings geändert. Auch in Bayreuth wird ab 1. Januar 2018 ein Abholsystem eingeführt. Ein System, das auf die Tonne setzt. "Die zuständigen Gremien haben von Anfang an eine Tonne favorisiert, um Probleme mit aufgerissenen Säcken und herumfliegenden Verpackungen zu vermeiden", erklärt Pressesprecher Michael Benz.
Grund für die Umstellung in Bayreuth ist, dass mehr hochwertige Sekundärrohstoffe recycelt werden sollen, um die Restmüllmenge zu verringern.


Unter dem Landesdurchschnitt

"Die im Landkreis Bayreuth erfassten Sammelmengen lagen deutlich unter dem Durchschnittswert in Bayern - der liegt bei 20 Kilo pro Einwohner. Jedoch wurden die gesammelten Verpackungen aufgrund ihrer Sauberkeit und Sortenreinheit von der Verwerterbetrieben gern abgenommen", so Benz.
Was mit den Wertstoffhöfen in den Gemeinden passiert, sei noch zu klären. "Aber die Sammlung von Altpapier, Altglas und Grüngut ist ja von der Veränderung nicht betroffen", so Pressesprecher Benz.
Dass Kulmbach als einziger Landkreis weiterhin auf den gelben Sack setzt, liegt daran, dass diese Art der Sammlung schon frühzeitig eingeführt worden ist und sich auch bewährt hat.
"Tonnen brauchen Platz. Vor allem in der Stadt ist dies ein Problem. Wir haben ja schon die Restmülltonne, die blaue Tonne für Papier und die Biomülltonnen", meint Günter Söllner und betont, dass eine Änderung des bislang gut funktionierenden Systems im Landkreis Kulmbach nicht anstehe. Auch wenn die anderen Landkreise auf Tonnen setzen, in Kulmbach bleibe es bei der Sacklösung.


Die Quote soll steigen

Tatsächlich ist in allen Landkreisen jedoch ein Problem gemein: die Quote! Künftig sollen wieder mehr Einwegverpackungen aus Kunststoff, Verbundstoffen und Styropor dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden. Dies ist auch Kernpunkt eines neuen Verpackungsgesetzes, das 2019 in Kraft treten soll.
"In Kulmbach könnte natürlich noch besser getrennt werden. Man muss dem Verbraucher immer wieder sagen, dass jede Einwegverpackung, die er in den Restmüll wirft, verschenktes Geld ist. Denn man zahlt ja die Entsorgung schon beim Kauf. Wir müssen uns anstrengen, konsequenter zu trennen, und wollen unsere Recyclingquote erhöhen", so Söllner. Und in diesem Punkt wollen alle oberfränkischen Landkreise tätig werden.
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