Knetzgau

Gegen den Durst am Zabelstein

bewirtschaftung   Der neue Kiosk auf der Steigerwald-Anhöhe bei Knetzgau steht seit fast einem halben Jahr leer. Eine geplante Interessengemeinschaft will Abhilfe schaffen.
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von unserem Mitarbeiter 
Dominik Schneider

Knetzgau — Wenn vor 300 Jahren ein fremder Wanderer den Zabelstein erklomm, konnte er froh sein, keinen Pfeil zwischen die Augen zu bekommen. Heute empfängt ihn dort ein lokaltouristisches Paradies. Umgeben von Wanderwegen und Lehrpfaden, lässt es sich an der Burgruine hervorragend rasten. Zur vollkommenen Idylle fehlt dennoch etwas: Bier und Kaffee. Doch es besteht Hoffnung.

Nichts zu essen und zu trinken

Seit Herbst 2012 gibt es am Zabelstein keine Verpflegung mehr. Grund dafür waren die erheblichen Schäden am Kiosk im Vorhof der Burgruine. Mehrere undichte Stellen und ein marodes Dach hatten eine erneute Sanierung sinnlos gemacht. Deswegen investierten die Bayerischen Staatsforsten rund 50 000 Euro in den Bau eines neuen Häuschens. Der Ebracher Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner erklärt: "Im Zuge der Forstreform 2005 haben wir die Aufgabe bekommen, den Zabelstein für Wanderer und Spaziergänger attraktiver zu gestalten. Mit dem neuen Kiosk haben wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung des sanften Tourismus gemacht."

Kommt neues Leben?

Das Anfang des Jahres fertiggestellte Nachfolgemodell wartet nun darauf, mit Leben gefüllt zu werden. Der kreisrunde Holzbau bietet im Inneren neben Tresen, Kühl- und Lagerraum Platz für zehn bis 15 Personen. Schon bald soll hier wieder für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt werden. Am besten sofort, wenn es nach den Einheimischen ginge: "A Bratwürschtla und a Bier. Mehr wollmer ja goarned! Aber hier in der Gegend gibts einfach nix", berichtet ein 52-jähriger Ebracher auf seinem Abendspaziergang.
Um diesen Wunsch zu erfüllen, fehlte bislang ein Pächter, der den Innenausbau und die Bewirtung der Hütte übernimmt. Aber dafür scheint inzwischen eine Lösung gefunden. Die Interessengemeinschaft "FAZ - Freie Aussicht Zabelstein", bestehend aus einem Dutzend Personen aus dem Umland, steht bereits in den Startlöchern und ist dabei, die organisatorischen Belange zu besprechen. Die Motivation für das Vorhaben beschreibt Mitinitiator Reinhold Albert aus Zeil folgendermaßen: "Dieser Platz ist etwas Besonderes. Wir wollen unsere Gäste nicht nur mit Speis und Trank versorgen, sondern auch Raum für Kultur schaffen. So wie es hier vor hunderten von Jahren schon der Fall war." Konkret heißt das: Es sind Veranstaltungen, Konzerte, Radlertreffen und vieles mehr geplant.
"Wem die Idee zusagt, der kann sich gerne mit einbringen", fügt Albert hinzu. Zum nächsten Treffen der Initiative, am Dienstag, 3. Juni, um 19 Uhr im Brauereigasthof Göller in Zeil seien alle Interessenten eingeladen. Albert: "Denn je mehr Leute mitmachen, desto schneller wird auf dem Zabelstein wieder kühles Bier gezapft."

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