Coburg

Gefühle werden durch Bewegung ausgedrückt

Nach zwölf Jahren Eurythmie beendete die Klasse 12 A der Rudolf-Steiner-Schule ihr Fach mit einer Abschlussaufführung. "Eurythmie ist eine Möglichkeit, sein...
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Die gesamte Klasse beim letzten Stück, "Twentysomething" von Jamie Cullum  Foto: Hans-Joachim Döhner
Die gesamte Klasse beim letzten Stück, "Twentysomething" von Jamie Cullum Foto: Hans-Joachim Döhner
Nach zwölf Jahren Eurythmie beendete die Klasse 12 A der Rudolf-Steiner-Schule ihr Fach mit einer Abschlussaufführung. "Eurythmie ist eine Möglichkeit, seine Gefühle durch Bewegung auszudrücken", erzählte Isabella Loh, die Eurythmielehrerin. "Es ist eine bewegende soziale Kunst, die Respekt vor dem anderen und vor der Individualität lehrt, die das soziale Miteinander und Empathie schult."
Loh begrüßte die Zuschauer mit der Bitte, zwischen den Vorführungen nicht zu klatschen. Und sie nannte als Grund: "Erleben Sie die Präsentation als Gesamtkunstwerk, lassen Sie es auf sich wirken."
Bei der diesjährigen Aufführung hatten sich die Schüler ernste und emotionale Themen aus Lyrik und Musik ausgesucht. Sie bewegten sich zur Musik von Adeles "Hello" bis hin zu Johann Wolfgang von Goethes "Epirrhema - Kein Lebendiges ist ein Eins, Immer ist's ein Vieles".
Die Choreografien wurden einzeln und in Gruppen präsentiert. Inneres Stillwerden, differenziertes Hinhören und feines tiefgründiges Verstehen befähigen, Worte und Stimmungen durch Bewegung sichtbar zu machen. Dies verlangte Konzentration von den Schülern, ihre Gesichter wirkten ernst.
Nikolai Fenderl wurde für das Stück "The Price of Freedom" von Takehatu Ishimoto am Klavier von Christian Reissinger und an der Geige von der Schülerin Franziska Heimberger begleitet. Später erzählte er, dass Eurythmie ihn gelehrt habe, die eigene Kreativität aus sich selbst herauszuholen. "Eurythmieunterricht entspannt, gerade nach Fächern wie Deutsch, Russisch und Mathematik. Man kommt zur Ruhe, lernt hinzuhören, es ist wie Eis im Sommer", sagte Nikolai und lächelte.
Auf Zuschauer, die eine Eurythmieaufführung zum ersten Mal besuchen, mag diese befremdlich wirken. Doch Hinsehen lohnte sich. Die jungen Erwachsenen verbanden sich mit ihren selbst ausgewählten Stücken, sie interpretierten diese durch ihre Bewegung und zeigten sich sehr präsent, mit einer Offenheit, die die Zuschauer berührte und tief beeindruckte. red

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