Weißenohe

Gasthaus "Zum Lillachtal" brennt

Brand  Ein Sachschaden von rund 400 000 Euro entstand am Donnerstagnachmittag bei einem Großfeuer in der Gaststätte in Dorfhaus. Die Kriminalpolizei Bamberg hat vor Ort die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Aus der Gaststätte steigt mächtig Qualm auf, aber die Feuerwehren haben das Schlimmste verhindert.  Foto: Feuerwehr Gräfenberg
Aus der Gaststätte steigt mächtig Qualm auf, aber die Feuerwehren haben das Schlimmste verhindert. Foto: Feuerwehr Gräfenberg
+1 Bild
VON Petra Malbrich
und JOsef Hofbauer

Dorfhaus — Gegen 12.45 Uhr gingen die ersten Meldungen bei der Integrierten Leitstelle über ein Feuer in der Dorfhauser Straße ein. "Gemeldet wurde der Brand einer Heizanlage", erklärt Einsatzleiter Thomas Windisch. Allerdings entpuppte sich der Einsatz als Großfeuer.
Als die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Gräfenberg mit der Drehleiter eintrafen, schlugen bereits offene Flammen aus dem Dachstuhl des Gasthofes, der an diesem Tag geschlossen hatte.
Insgesamt rund 90 Helfer der Feuerwehren aus Dorfhaus, Weißenohe, Igensdorf, Gräfenberg und Sollenberg waren am Einsatzort, um die Flammen zu bekämpfen. "Vor allem die sehr starke Rauchentwicklung machte uns zu schaffen", erklärt Kreisbrandmeister Thomas Windisch, "wir haben mehr Atemschutzträger gebraucht, weshalb die Feuerwehren aus Egloffstein und Hiltpoltstein nachalarmiert werden mussten."

Kurz vor dem Vollbrand

Das Feuer war nach ersten Erkenntnissen in einem rückwärtigen Anbau des Gebäudes ausgebrochen, in dem die Heizung untergebracht ist. In den etwa 20 Minuten bis zum Eintreffen der Löschtrupps hatten sich die Flammen bis unters Dach des Hauses ausgebreitet. "Der Dachstuhl war komplett verqualmt und kurz vor dem Durchzünden", schildert Windisch die Situation beim Eintreffen der Floriansjünger. "Flash over" nennt man das in der Fachsprache, wenn die Rauchentwicklung derart heiß wird, dass es zur Verpuffung und somit zum Vollbrand kommt. Dann wäre das Gebäude bis zum Kniestock abgebrannt.
Durch die enorme Hitze waren die ersten Dachziegel bereits geborsten. Um den Vollbrand zu verhindern, starteten die Feuerwehren gleichzeitig einen Innen- und Außenangriff. Dazu wurden im Anbau die Scheiben eingeschlagen, um die Flammen im Geräteschuppen löschen zu können. Auf dem Dach wurden Ziegel entfernt, so dass auch von oben gelöscht werden konnte. "Die Drehleiter war heute unser wichtigstes Utensil", betont Windisch. Mit einer Handleiter oder einer Steckleiter wäre es eine schwierige Geschichte geworden, denn das Haus ist mindestens 15 Meter hoch. " Die Tatsache, dass wir vom Dach aus die Flammen bekämpfen konnten, hat uns die Arbeit enorm erleichtert", betont der Kreisbrandmeister.
Gegen 14.30 Uhr hatten die Wehren den Brand weitgehend unter Kontrolle. Allerdings wurde der Gasthof durch das Feuer erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die oberen Räume, die als Gästezimmer ausgebaut waren, sind komplett unbewohnbar. Auch die Gasträume und die Wohnung der Besitzer im Obergeschoss sind stark beschädigt. Die Polizei korrigierte den Sachschaden, der ursprünglich auf 300 000 Euro geschätzt wurde, später auf 400 000.
Die Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen, so dass keine Personen zu Schaden kamen. Die Brandfahnder der Kripo Bamberg haben vor Ort die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren