Kulmbach

Fusions-Gedanken sind unausweichlich

Angesichts sinkender Schülerzahlen - angeblich nur noch rund 1200 Schüler am MGF und CVG im Jahr 2025 - hatte Kreisrat Veit Pöhlmann (FDP) in der jüngsten S...
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Veit Pöhlmann
Veit Pöhlmann
Angesichts sinkender Schülerzahlen - angeblich nur noch rund 1200 Schüler am MGF und CVG im Jahr 2025 - hatte Kreisrat Veit Pöhlmann (FDP) in der jüngsten Sitzung des Schul- und Sozialausschusses des Landkreises die Frage gestellt, ob Kulmbach noch zwei Gymnasien braucht. In einem Interview, das vergangene Woche in der Bayerischen Rundschau erschienen ist, hatte MGF-Schulleiter Horst Pfadenhauer einer möglichen Fusion der beiden Gymnasien eine klare Absage erteilt. Darauf reagiert nun wieder Kreisrat Pöhlmann mit einer Stellungnahme, in der er betont: "Die Notwendigkeit, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen, ist offensichtlich und unausweichlich".
Der Schülerstand 2016 mit insgesamt 1551 Schülern belege die Aktualität dieser Forderung. Es sei nötig, so Pöhlmann, die aktuellen Baupläne, die ihre Wurzeln noch im Jahr 2010 haben - als mit 2108 Schülern ein Höchststand zu verzeichnen war - hinsichtlich dieser zu erwartenden Entwicklung zu überprüfen und hinsichtlich des Raumbedarfes zu optimieren.


Organisatorische Verschmelzung

Aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen habe er deshalb angeregt, darüber nachzudenken, ob man die beiden Gymnasien unter Beibehaltung der jetzigen Standorte nicht organisatorisch so zusammenführen könnte, dass man so zu einem dann doch recht großen Gymnasium mit allen Möglichkeiten (zum Beispiel vielfältiges Angebot an Schulzweigen) komme.
Vor diesem Hintergrund seien die Aussagen von Direktor Pfadenhauer, die letztlich auf eine völlige Ignoranz der Problematik hinauslaufen, nicht nachzuvollziehen. "Sicher, der Direktor einer Schule wird seine Schule vehement verteidigen, das muss man von ihm sogar erwarten. Aber man muss von ihm schon auch erwarten, dass er sich mit den Fakten auseinandersetzt und nicht einfach ,andere Fakten' in die Welt setzt", so Pöhlmann.


Nicht mehr Schüler

So zum Beispiel gebe es keinen starken Trend zu den Gymnasien. "Die Übertrittsquote liegt seit 2012 stabil um die 36 Prozent, damit auch weit unter dem Höchststand von 2008 mit damals 45 Prozent." Auch das womöglich wieder kommende G 9 werde für keinen steigenden Raumbedarf sorgen, so Pöhlmann weiter. "Das G 9 würde nach bisherigen Erfahrungen zu circa 150 mehr Schülern insgesamt führen, also 1350 statt 1200 bei Beibehaltung des G 8 im Jahr 2025 - und damit aber immer noch deutlich weniger als aktuell mit 1551."
Kritik übt Pöhlmann auch an Pfadenhauers "Totschlag-Aussage": "Wer anders redet, redet den Schulstandort schlecht." "Diese Aussage bedeutet schließlich nichts anderes, als dass Herr Pfadenhauer in bester Trump'scher Manier jede Äußerung, die seinen Interessen und Ansichten zuwiderläuft, in einer Art und Weise diffamiert, wie es ihm meines Erachtens auch, vielleicht sogar gerade, als Schulleiter nicht zusteht."
Ein Sachaufwandsträger wie der Landkreis, der seine zur Verfügung stehenden Mittel auf verschiedene Aufgaben aufteilen müsse - man denke neben den Schulen nur an den wachsenden Zuschussbedarf für den ÖPNV oder den Straßenunterhalt - müsse jede Ausgabe, auch die im Schulbereich, auf Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit überprüfen. Und wenn die mittelfristige Finanzplanung ausweise, dass circa 70 Prozent der geplanten Investitionen für Maßnahmen in den Schulen vorgesehen werden sollen, sei es notwendig, dass man überprüft, "ob hier dringend notwendige Maßnahmen oder Träume von Einzelnen realisiert werden sollen".
Das Schulangebot an den im Aufgabenbereich des Landkreises liegenden Schulen müsse qualitativ und quantitativ nicht nur sichergestellt, sondern nachhaltig verbessert und finanziert werden - aber nach Diskussionen und Entscheidungen darüber, wie die "Schullandschaft für den Landkreis Kulmbach" zukünftig aussehen soll. Nach Auffassung Pöhlmanns sollte am Ende dieses Prozesses ein "Integriertes Schul-Standort-Entwicklungs-Konzept Kulmbach (ISSEKK)" stehen, wie es im Grundsatz zum Beispiel von Kreisrat Wolfgang Hoderlein schon lange gefordert werde.


Zukunftsmodell entwickelt

Er, Pöhlmann, habe dazu ein umfassendes Modell entwickelt, das er demnächst in den Kreistag einbringen werde. Darin werde er darstellen, welches Leistungsangebot bei einer organisatorischen Verschmelzung der beiden Gymnasien ab spätestens der 7. Jahrgangsstufe möglich sei - im Gegensatz zu den Einschränkungen bei zwei kleinen Gymnasien. red
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