Lautertal

Für wie dumm werden wir gehalten?

Zum Bürgerentscheid : Jüngst flatterte eine sechsseitige Broschüre der Interessengemeinschaft Verkehrslandeplatz in meinen Briefkasten. Ich machte mir die Mühe, mich mit dem Inhalt...
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Zum Bürgerentscheid :

Jüngst flatterte eine sechsseitige Broschüre der Interessengemeinschaft Verkehrslandeplatz in meinen Briefkasten. Ich machte mir die Mühe, mich mit dem Inhalt näher zu befassen. Am Ende kam mir nur ein Gedanke: Für wie dumm werden die Bürger eigentlich gehalten?
Da stellen sich 31 Unternehmen hin und behaupten nun, dass die Welt für ihr Unternehmen untergeht, wenn kein Verkehrslandeplatz kommt. Irgendwie erinnert mich dieses Verhalten an kleine Kinder: Ich brauch' das Spielzeug zwar nicht, aber wenn es andere haben, will ich es auch.
Bei genauerem Hinsehen wird sehr schnell deutlich, dass die gesamte Argumentationskette nur darauf aufgebaut ist, Angst zu schüren. Immer wieder mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu drohen, ist polemisch und fast schon gefährlich. Die Fragestellung für das Ratsbegehren spricht für sich. Den Hinweis der Interessengemeinschaft , dass die Sanierung der Realschule CO II für den Landkreis wesentlich teurer war als die zu erwartenden Baukosten, muss ich schon als frech und ungezogen ansehen. Man muss sich mal vor Augen halten, dass hier Geld, das in Bildung gesteckt wird, als Vergleich mit dem Bau eines äußerst umstrittenen Landeplatzes herhalten muss.
Ich gehe mal stark davon aus, dass die wenigsten Unternehmen einen Arbeitsplatz aus Nächstenliebe erhalten, sondern doch nur, um ihre verständlichen wirtschaftlichen Interessen zu verfolgen. Am meisten haben mich die Aussagen von Mitarbeitern aus verschieden Firmen amüsiert, die kundtaten, warum sie für den Landeplatz votieren. Wenn den Verantwortlichen nichts Besseres einfällt, als fadenscheinige und potenziallose Argumente pro Verkehrslandeplatz unter das Volk zu streuen, dann sollten sie sich ihr Lehrgeld wiedergeben lassen.
Eines hat die Broschüre bei mir erreicht: Mir ist klar geworden, dass die Protagonisten, die den Flugplatz wollen, nicht aus Gemein-, sondern aus reinem Eigennutz handeln.
Christian Rebhan, Lautertal

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